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Praktikum bei Siemens Management Consulting in Seoul

Daniel Soujon studiert Physik an der LMU München und macht sein Join the Best Praktikum bei Siemens Management Consulting (SMC) in Seoul.
Seit gut drei Wochen erlebe ich nun schon die atemlose Metropole Südkoreas: Seoul. Jeden Morgen in der brechendvollen Metro spürt man die pulsierende Dynamik, die den schnellen Aufstieg des Landes zu einer ambitionierten Industrienation geprägt hat.Ich arbeite hier an einem Projekt von Siemens Management Consulting, der internen Beratung des Siemens Konzerns. Unser Projekt hat das Ziel, die Marktposition von Siemens in dem von großen Konglomeraten (?chaebols?) beherrschten Südkorea zu verbessern. In dem Modul, in dem ich arbeite, richten wir Accounts für ausgesuchte Kunden ein. Im Moment bin ich dabei vor allem in die Gestaltung sowie Vor- und Nachbereitung von Workshops involviert. Es warten viele Herausforderungen im Umgang mit kulturellen Unterschieden in der Arbeitswelt! Hierarchien und persönliche Kontakte spielen in Korea beispielsweise eine viel größere Rolle als in Westeuropa.

Die besten Jobs von allen

Mein Domizil, ein kleines Appartement, liegt in einer pulsierenden Gegend in der Nähe der Seoul National University. Auch mitten in der Nacht gehen die Lichter hier nicht aus! Jederzeit kann man noch mal eben einen Snack für den kleinen Hunger kaufen. Wie wär?s z.B. mit gegrillten Seidenraupenlarven?
Glücklicherweise habe ich in meinem Zimmer eine Klimaanlage, so dass die schwüle Hitze erfolgreich bekämpft werden kann.
Neben meinem Praktikum erkunde ich die Riesenstadt Seoul. Und es gibt wahrlich viel zu entdecken? Imposante Tempel als Relikte alter Zeiten vermengen sich mit der Moderne wuchernder Wolkenkratzer.Unter anderem habe ich den Gyeongbokgung-Palast besichtigt. Er liegt im Norden der Stadt und ist einer der größten Königspaläste in Seoul. Vor allem die Wächter, die den Palast bewachen und der Wachwechsel sind nett anzusehen.Während man bei Siemens mit Englisch gut kommunizieren kann, ist es in Seoul eine große Hilfe ein wenig koreanisch zu sprechen und lesen zu können. Aber das ist einfacher gesagt als getan?Die Schriftzeichen sind dank des sehr logischen Aufbaus der Sprache zwar einfach zu lernen, die Aussprache ist dafür aber umso schwieriger. Mein Versuch ein Mehrfahrten-Metroticket zu kaufen war beim ersten Anlauf nicht gerade erfolgreich. Der Mann hinter dem Schalter verstand mich leider nicht und in der Schlange konnte anscheinend auch keiner Englisch. Ich hätte mir die koreanische Bezeichnung besser merken sollen! Als die Schlange hinter mir länger wurde, habe ich dann zwei Einzeltickets gekauft.Sportliche Betätigung darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Auf einer Fahrradtour entlang des Han-gang Flusses hat man die Gelegenheit, die Stadt von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Gleich in der ersten Woche habe ich zusammen mit ein paar Siemens-Mitarbeitern die Fußballbegeisterung der Koreaner gespürt. Wir hatten Freikarten für das Länderspiel Südkorea gegen Saudi-Arabien im Worldcupstadion. Die Stimmung war super, und das obwohl Saudi-Arabien das Spiel gewonnen hat.
Dieser Artikel ist erschienen am 07.09.2005