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Portrait: Die ?Neuen? im Telekom-Vorstand

Im Zuge des Chefwechsels bei der Telekom gibt es zwei neue Gesichter im Konzernvorstand. Die Verantwortung für die wichtigen Bereiche Festnetz und Mobilfunk liegt damit künftig bei ?Hausgewächsen? und Vertrauten des neuen Vorstandsvorsitzenden Rene Obermann. Timotheus Höttges verantwortete zuletzt den Vertrieb und den Kundenservice in den europäischen Landesgesellschaften der Gruppe.
HB DÜSSELDORF. Der frisch gekürte Festnetzvorstand Timotheus Höttges ist ein Weggefährte und Freund von Obermann und hat wie dieser in der Mobilfunksparte der Telekom Karriere gemacht. Der 44-jährige Manager ist seit dem Jahr 2000 bei T-Mobile. Von April 2002 bis Dezember 2004 leitete er dort das Deutschlandgeschäft. Zuletzt verantwortete er den Vertrieb und den Kundenservice in den europäischen Landesgesellschaften der Gruppe.Vor seiner Zeit bei der Telekom arbeitete der Betriebswirt zunächst bei einer Unternehmensberatung und später beim damaligen Viag-Konzern, wo er an der Fusion mit Veba zum Energieriesen Eon mitwirkte. Im Auftreten wirkt der hochgewachsene Mann etwas hölzern. Er ist aber durchaus geschmeidig: Gemeinsam mit Nachbar Obermann joggt der verheiratete Vater zweier Töchter regelmäßig durch die Grünanlagen des gemeinsamen Wohnortes Bad Godesberg bei Bonn.

Die besten Jobs von allen

Einen langen Atem hat der Zahlenmensch Höttges auch bei kniffligen Projekten unter Beweis gestellt. So wird ihm im Unternehmen dafür Lob gezollt, das Fitnessprogramm ?Safe for Growth? bei T-Mobile erfolgreich umgesetzt zu haben. Seine Erfahrung als Sparkommissar kann er bei seiner neuen Aufgabe gut gebrauchen - muss die Festnetzsparte mit ihrem großen Personalüberhang doch dringend effizienter werden. Auch mit Blick auf die Ziele, T-Com kundenfreundlicher zu machen und stärker mit dem Mobilfunkbereich zu verzahnen, dürfte Obermanns Wahl auf den Service-Manager Höttges gefallen sein.Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hamid AkhavanDer neue Mobilfunkchef Hamid Akhavan ist ebenfalls ein Vertrauter Obermanns, durch dessen Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden der Posten frei geworden ist. Akhavan ist dabei auch bei Konzernkennern ein unbeschriebenes Blatt. Durch seine Berufung wird die T-Mobile International ihrem Namenszusatz wahrlich gerecht: Der 45-jährige Manager ist in Teheran geboren, hat in den USA Elektrotechnik und Computerwissenschaften studiert und lange dort gearbeitet und kommuniziert auch nach seinem Wechsel nach Deutschland vor fünf Jahren weiter auf Englisch. Bei T-Mobile war er bislang Technikchef und wurde vor drei Monaten zusätzlich mit der Verantwortung für die Bereiche Technologie und Einkauf des gesamten Telekom-Konzerns betraut.Mit seinem Aufrücken in die Konzernführung wertet Vorstandschef René Obermann den Technikbereich auf. In den Vorstandsbereich von Akhavan gehört die Weiterentwicklung der Konzern-Technik. Das nötige Rüstzeug dazu erwarb Akhavan an der amerikanischen Eliteschmiede Massachusetts Institute of Techhnology (MIT), wo er einen Master in Elektrotechnik und Computerwissenschaften machte. Vor seinem Wechsel zur Telekom war Akhavan Vorstand bei Teligent, einem internationalen Unternehmen für drahtlose Breitbandzugänge.Der smart und jugendlich wirkende Mann wird von Mitarbeitern als sehr arbeitsam, zielgerichtet und sachorientiert beschrieben. Er tue seine Ansichten klar kund und verstehe sie fesselnd vorzutragen. Gleichzeitig wird er als ein Art ruhender Pol im Management wahrgenommen. Über sein Privatleben möchte er ungern sprechen. Einstweilen ist nur zu hören, dass Akhavan verheiratet ist und zwei Kinder hat.
Dieser Artikel ist erschienen am 05.12.2006