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Pöllath soll neuer Tchibo-Chef werden

Von Lutz Beukert, Handelsblatt
Bei der Tchibo Holding AG, Hamburg, zeichnet sich ein Wechsel im Vorstandsvorsitz ab. Wie dem Aufsichtsrat nahe stehende Kreisen berichten, soll Reinhard Pöllath am 1. Juli neuer Tchibo-Chef werden.
HAMBURG. Pöllath ist ein Übergangskandidat. Der Mitfünfziger erhält einen Einjahresvertrag. Der Münchner Rechtsanwalt sitzt seit Juli 2000 im Aufsichtsrat der Tchibo Holding und hat sich in den vergangenen Monaten als Schlichter zwischen den zerstrittenen Gruppen der Industriellenfamilie Herz profiliert, der Tchibo gehört.Seine wichtigste Aufgabe als neuer Vorstandschef wird sein, die Verhandlungen mit der Allianz voranzubringen. Tchibo will deren Beiersdorf-Aktien übernehmen und so zum Mehrheitsaktionär bei dem Hamburger Kosmetikhersteller (Marke: Nivea) aufsteigen. Aktuell halten Tchibo 30 Prozent und die Allianz 43,6 Prozent. Der Versicherungsriese überlegt, seine Beiersdorf-Aktien meistbietend zu verkaufen.

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Der frühere Reemtsma Chef Staby war zum 1. Februar 2001 nach dem Ausscheiden von Günter Herz zunächst für ein Jahr in den Tchibo-Vorstand berufen worden. In seine Zeit fällt der Verkauf der Konzerntochter Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH an die britische Imperial Tobacco Group sowie die Ernennung von John Karakadas zum Vorstandssprecher der Tchibo Frisch-Röst-Kaffee GmbH. Karakadas trat die Nachfolge des zuvor ausgeschiedenen Wolfgang Meusburger an. In diesem Zusammenhang wurde Stabys Mandat bis zum 30. Juni 2002 verlängert. Doch hat er nie einen Zweifel daran gelassen, zu diesem Zeitpunkt endgültig seine Tätigkeit bei Tchibo zu beenden.Weder Staby noch Günter Herz wollten sich auf Anfrage zur Personalie Pöllath äußern. ?Wir kommentieren das nicht.?
Dieser Artikel ist erschienen am 24.04.2002