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Phantom der Börse

Kapitalanleger können erstmals in eine deutsche Privatuni investieren. Der Haken: Die "Hanseatic University" gibt es noch gar nicht. "Ein formeller Antrag auf staatliche Anerkennung als Universität liegt uns nicht vor", informiert das Wissenschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern. Umso vollmundiger sind die Ankündigungen.

Kommenden Herbst soll der Lehrbetrieb mit 130 Wirtschaftsstudenten in Rostock starten, bereits für das erste Jahr sieht der Business-Plan schwarze Zahlen vor. Binnen eines Jahrzehnts soll die Studentenzahl bei 5.000 liegen. Absolventen in spe garantieren die Initiatoren von der Unternehmensberatung Tutor-Consult eine "Führungslaufbahn". Derzeit touren sie durch acht Großstädte, um fünf Millionen Euro von privaten Investoren einzusammeln. "Über 30 Prozent Eigenkapitalrentabilität ab 2006" werden den Anlegern versprochen, danach Steigerungen, die "unseriös klingen würden". Haupteinnahmequelle sollen Studiengebühren von 8.000 Euro pro Semester sein, daneben auch die nichtakademische Weiterbildung.

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Mit ihrem Konzept haben Peter L. Pedersen und Knut Einfeld zwar einen Gründerwettbewerb des Landes Mecklenburg Vorpommern gewonnen. Boston Consulting jedoch, das die Geschäftsidee für den Standort Schwerin prüfte, ist skeptischer: "Interessant", aber zu "unausgereift", urteilte die Beratungsgesellschaft. So könnte die Hanseatic University berühmt werden. Allerdings als Luftnummer statt als erste Uni an der Börse

http://www.hanse-uni.de
Dieser Artikel ist erschienen am 13.01.2004