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Peter Hartz: Bitterer Abgang nach steiler Karriere

Vom Arbeiterkind zum mächtigen Personalvorstand bei Europas größtem Autobauer Volkswagen: Peter Hartz hatte eine Bilderbuchkarriere hinter sich, bevor er über die Korruptionsaffäre bei VW tief stürzte. Das SPD- und IG Metall- Mitglied war ein Freund von Bundeskanzler Gerhard Schröder und hochgeschätzter Berater für die Politik.
HB BRAUNSCHWEIG. Die von ihm maßgeblich entwickelten Arbeitsmarktreformen, die seinen Namen tragen, brachten ihm zwar viel öffentliche Kritik und Häme ein. Aber erst die VW- Affäre um Schmiergelder, Sexpartys und Vergnügungsreisen für Betriebsräte brachte den prominenten Topmanager zu Fall.Voraussichtlich im Frühjahr 2007 muss sich Hartz nun vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Untreue in 44 Fällen lautet die Anklage. Hartz soll dem langjährigen Betriebsratsvorsitzenden bei VW, Klaus Volkert, und dessen Geliebter über viele Jahre hinweg hohe Summen zugeschanzt haben. Begünstigung von Betriebsräten wirft die Justiz ihm vor.

Die besten Jobs von allen

Der einflussreiche VW-Arbeitsdirektor Hartz war 1993 aus der krisengeschüttelten saarländischen Stahlindustrie zu dem Autobauer nach Wolfsburg gekommen. Bei VW ist sein Name untrennbar verbunden mit der Einführung der erst vor kurzem wieder abgeschafften Vier- Tage-Woche, der ?atmenden Fabrik? und dem Tarifmodell ?5000 x 5000?. Mit diesen Vereinbarungen mit der IG Metall hatten Massenentlassungen vermieden und Jobs für Lanzeitarbeitslose geschaffen werden können.Hartz stammt aus St. Ingbert im Saarland, wo er am 9. August 1941 als Sohn eines Hüttenarbeiters geboren wurde. Nach der mittleren Reife machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Später holte er das Abitur nach und studierte Betriebswissenschaft. Peter Hartz ist verheiratet und hat einen Sohn. Inzwischen lebt er wieder im Saarland.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2006