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Personalkonzepte in Deutschland veraltet

Unternehmensberater Gerald Wood kritisiert deutsche Chefs als zu autoritär. Auch das ?Mobbing? sei in Deutschland ein ernst zu nehmendes Problem. Dies seien Schwächen von Vorgesetzten, die aus veralteten Managementstrategien resultierten.
HB POTSDAM. Anlass ist eine jüngste Erhebung des Unternehmens, nach der nur 15 % aller Deutschen engagiert ihrer Arbeit nachgehen; in Ostdeutschland sind es sogar nur 11 %, im Westen dagegen 16 %.?Es fehlen auch Lob und Anerkennung für gute Arbeit?, fügte Wood hinzu. Auch das ?Mobbing? sei in Deutschland ein ernst zu nehmendes Problem. ?Dies sind Schwächen von Vorgesetzten, die aus veralteten Managementstrategien resultieren.?

Die besten Jobs von allen

Das noch schlechtere Mitarbeiterengagement in Ostdeutschland liege nicht an einer mutmaßlichen ?DDR-Mentalität? der Arbeitnehmer, betonte Wood. Es herrsche vielmehr in vielen ostdeutschen Management-Etagen die Auffassung vor, man müsse nicht genügend für die Mitarbeiter tun, es gebe ohnehin genügend Arbeitslose. ?Dies ist ein sehr kurzsichtiges Denken?, sagte Wood. Der Austausch eines normalen Mitarbeiters koste ein Unternehmen etwa die Hälfte seines Jahres-Bruttoeinkommens, im mittleren Management sogar das rund 1,5 fache.
Dieser Artikel ist erschienen am 10.09.2002