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Personalabbau geht weiter

(pnd)
Foto: © Deutsche Telekom AG
Bei der Telekom sind über den geplanten Abbau von 32.000 Mitarbeitern hinaus zahlreiche weitere Stellen bedroht. Grund ist die Umstellung des Telekom-Netzes auf die IP-Technologie, die bis 2012 abgeschlossen sein soll. Nach Schätzungen von Frank Rothauge, Telekom-Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, könnten dadurch bis zu 30 Prozent der für den Netzbetrieb eingesetzten Mitarbeiter überflüssig werden.
Bei der Telekom sind über den geplanten Abbau von 32.000 Mitarbeitern hinaus zahlreiche weitere Stellen bedroht. Grund ist die Umstellung des Telekom-Netzes auf die IP-Technologie, die bis 2012 abgeschlossen sein soll. Nach Schätzungen von Frank Rothauge, Telekom-Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, könnten dadurch bis zu 30 Prozent der für den Netzbetrieb eingesetzten Mitarbeiter überflüssig werden, ?vor allem bei T-Com, in geringerem Umfang auch bei T-Mobile und T-Systems?, erklärte Rothauge gegenüber karriere. Betroffen seien vor allem Nachrichteningenieure.Eine Sprecherin der Telekom wollte diese Zahlen auf Anfrage von karriere nicht bestätigen. Für konkrete Aussagen sei es ?noch zu früh?, heißt es. Fest steht aber, dass die Umstellung auf das so genannte ?IP-Netz? oder ?Next Generation Network? zusätzliche Stellen kostet. ?Die neuen Netze werden dafür sorgen, dass erheblich weniger Techniker gebraucht werden?, erklärt Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Bislang ist nur ein Teil dieser Stellen in den derzeit laufenden Personaleinsparungen enthalten. Dass der geschätzte Abbau von 30 Prozent im Netzbetrieb nicht zu hoch gegriffen ist, belegen Untersuchungen der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton.

Die besten Jobs von allen

Man ginge bei vergleichbaren Projekten davon aus, dass durch die neue Netzwerktechnik 20 Prozent des Personals im Netzbetrieb eingespart werden könnten, sagte der zuständige Geschäftsführer Roman Friedrich gegenüber karriere. Und dies sei noch ?konservativ geschätzt?. Der Grund für den geringeren Personalbedarf liege darin, dass die neuen Netze zentraler gesteuert werden könnten, etwa bei der Freischaltung neuer Dienste, und dadurch weniger Personal für Wartung und Betrieb notwendig sei. ?Außerdem fällt der bisherige Parallelbetrieb von mehreren Netzen weg?, ergänzt Sal.-Oppenheim-Analyst Rothauge.Mit dem aktuell geplanten Stellenabbau kommt die Telekom momentan schneller voran als erwartet. Bis Ende Mai hätten schon 3.700 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, heißt es. Im Herbst könnte der Bundestag zudem grünes Licht geben, die bei der Telekom beschäftigten Beamten in Vorruhestand zu schicken. Parallel zum Abbau plant der Konzern rund 6.000 Neueinstellungen, vor allem im Vertrieb und für das neue High-Speed-Internet VDSL.
Dieser Artikel ist erschienen am 31.07.2006