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Park zerstört Portugals Träume

Eine grottenschlechte und unambitionierte portugiesische Elf bringt sich selbst sensationell um das Achtelfinale. In Südkorea dagegen kennt der Jubel nach den sensationellen Leistungen in der Vorrunde keine Grenzen.
Ein Schatten seiner selbst: Luis Figo in seinem wohl letzten WM-Spiel. Foto: HB/dpa
dpa INCHEON. 52 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Incheon und Millionen Fußball-Begeisterte vor den Großbildleinwänden im Land bejubelten den sensationellen Gruppensieg ihrer Mannschaft, die nun am Dienstag in Daejeon (13.30 Uhr) auf Italien trifft.Für Portugal endete das Turnier dagegen wie 1986 bereits nach der Vorrunde. Die Südeuropäer, die in der Schlussphase durch den enttäuschenden Luis Figo (86.) und Sergio Conceicao (89./90.) große Chancen zum Ausgleich vergaben, beendeten ihren letzten Auftritt in Asien nach Platzverweisen für Joao Pinto (27./Rot) und Beto (65./Gelb-Rot) jeweils wegen groben Foulspiels nur zu neunt.

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Die kampfbetonte Partie mit vielen erbitterten Zweikämpfen im Mittelfeld wurde nach der schnellen Führung der Polen gegen die USA zunächst ganz von der Taktik bestimmt. Nachdem der Zwischenstand aus Daejeon beiden Teams bei einer Punkteteilung das Weiterkommen signalisierte, legten sie sich im Angriff merkliche Zurückhaltung auf. Bis zur Pause registrierte die offizielle FIFA-Statistik bei einem unansehnlichen Ballgeschiebe im Mittelfeld ganze drei Torschüsse und damit die geringste Ausbeute im WM-Turnier.Die Angst vor einem Gegentor schien vor allem die Portugiesen zu lähmen, bei denen von der vollmundig angekündigten Offensive nichts zu sehen war. Eine enttäuschende Vorstellung bot vor allem Figo, der in den Duellen gegen seinen Bewacher Chong-Gug Song praktisch keinen Stich machte. In seiner noch besten Szene vor der Pause brachte der Superstar von Champions League-Sieger Real Madrid Pauleta in Schussposition, doch der gegen Polen drei Mal erfolgreiche Angreifer zielte weit am Tor vorbei (35.).Die Südkoreaner stellten die aktivere und läuferisch klar bessere Mannschaft, wussten jedoch aus ihrer numerischen Überlegenheit ab der 27. Minute zunächst kein Kapital zu schlagen. Da hatte Joao Pinto nach einer brutalen Attacke gegen Park die Rote Karte gesehen. Bei dem anschließenden Gerangel drohte auch noch Fernando Couto, der dem argentinischen Schiedsrichter Sanchez an den Kragen wollte, eine Bestrafung.Mit Beginn der zweiten Hälfte erhöhten die von den Fans für jede gelungene Aktion begeistert gefeierten Koreaner das Tempo und kamen zu Chancen. Kopfbälle von Ki-Hyeon Seol (46.) und Sang-Chul Yoo (50.) verfehlten das von Vitor Baia gehütete Tor nur knapp. Aber auch die Südeuropäer suchten nun energischer den Weg nach vorne und verbuchten durch einen Kopfball von Pauleta (62.) ihre bis dahin beste Möglichkeit. Doch als auch noch der bereits verwarnte Beto nach einem weiteren bösen Tritt mit Gelb-Rot vom Feld musste, war es um die Portugiesen geschehen. Park kam nach einem Eckball unbedrängt zum Schuss und überwand Baia aus kurzer Distanz.Portugal: Baia - Beto, Jorge Costa, Couto, Rui Jorge (73. Abel Xavier) - Conceicao, Petit (77. Nuno Gomes), Bento, Figo - Pauleta (69. Andrade), Joao PintoSüdkorea: Jae Woon Lee - Jin Cheul Choi, Hong, Tae Young Kim - Song, Nam Il Kim, Young Pyo Lee, Yoo - Park, Ahn (90. Chun Soo Lee) - SeolSchiedsrichter: Sanchez (Argentinien)Zuschauer: 52 000Tore: 0:1 Park (70.)Gelbe Karten: Tae Young Kim, Seol, Nam Il Kim / Jorge CostaGelb-Rote Karte: Beto (65./wiederholtes Foulspiel)Rote Karte: Joao Pinto (27./grobes Foulspiel)
Dieser Artikel ist erschienen am 14.06.2002