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Otto macht's möglich

Sozialpläne schreiben kann jeder, doch der Hamburger Versandhändler Otto geht alternative Wege beim Jobabbau: Ab November sollen sich Mitarbeiter in einem Gründerbrutkasten auf dem Unternehmensgelände sechs Monate lang auf die Selbstständigkeit vorbereiten können. Das Programm startet mit einem zweiwöchigen Ideenworkshop. Mitte Oktober informierten sich rund 100 Interessenten über das Angebot. Bis Ende 2005 will Otto 500 Stellen abbauen. "Die Teilnahme an dem Programm ist freiwillig", betont Friedemann Stracke, Leiter Recruitment bei Otto. Kooperationspartner ist das Hamburger Gründerzentrum Enigma, das seit sechs Jahren Arbeitslose in die Selbstständigkeit begleitet. Enigma und zwei ähnlichen Zentren wurden in einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gerade hervorragende Noten ausgestellt. Mitautor Frank Wießner lobt vor allem das Auswahlverfahren. "Dadurch können diese Zentren jeden Gründer passgenau unterstützen. Zudem vermitteln sie nicht nur Wissen, sondern auch dessen praktische Anwendung." Bei der Präsentation der Studie Mitte Oktober in Berlin zeigten weitere Unternehmen Interesse an dem Modellversuch von Otto, darunter Siemens, DaimlerChrysler sowie die Beschäftigungsgesellschaften der Telekom und der Deutschen Bahn. Bislang unterstützen Unternehmen entlassene Mitarbeiter vor allem bei der Suche nach einem neuen Job.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.10.2004