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Otto Gellert: Erfahrener Feuerwehrmann der deutschen Wirtschaft

Der 73-jährige, den Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid als Treuhänder für seinen Aktienbesitz einsetzen will, hat in seinem Berufsleben mehr als 350 Übernahmen, Verkäufe und Sanierungen begleitet.
HB/dpa HAMBURG. Seine Karriere begann 1961 mit dem Fall des Hamburger Werftunternehmers Willy H. Schlieker, den er aus der Pleite noch in einen Zwangsvergleich rettete.Im Laufe der Jahrzehnte hat Gellert fast die gesamte erste Garde der deutschen Wirtschaft betreut. Zu seinen spektakulären Fällen gehörten Pelikan und Triumph-Adler, Harpener und Kühne&Nagel, Hoesch und Arbed-Saarstahl. Einige der Firmen rettete Gellert, anderen besorgte er Kooperations- oder Fusionspartner. Besonders engagierte sich Gellert für Unternehmen seiner Heimatstadt Hamburg, wo die vorläufige Rettung der Bavaria-St. Pauli-Brauerei und die Beratung der Tchibo-Familie Herz zu seinen wichtigsten Erfolgen zählten.

Die besten Jobs von allen

In den achtziger Jahren wollte die FDP den parteilosen Experten sogar zum Wirtschaftssenator der Hansestadt machen, doch verliefen die Pläne im Sande. Dafür wurde Gellert nach dem Fall der Mauer stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Treuhandanstalt und der Nachfolgeorganisation BvS und war in dieser Rolle maßgeblich an der Privatisierung der Ost-Wirtschaft beteiligt. Seine eigene Wirtschaftsprüfungsfirma hat Gellert mittlerweile verkauft und ist so etwas wie eine ?Ein-Mann-Investmentbank? (?manager-magazin?).
Dieser Artikel ist erschienen am 09.01.2003