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Opel-Erbe macht eine Vollbremsung

Von Carsten Herz
Er trägt den berühmten Namen Opel. Doch der schützt ihn nicht vor Misserfolg. Die Krise der Traditionsmarke hat auch Gregor von Opel als Nachfahre des Gründers mit in die Tiefe gezogen. Mit der Insolvenz steht eine stolze Familientradition vor einem unrühmlichen Ende.
FRANKFURT. Gregors Ururgroßvater Adam Opel hatte das Unternehmen 1862 als Nähmaschinen- und Fahrradfabrik gegründet. Erst Adams Söhne begannen mit der Automobilproduktion. In der Weltwirtschaftskrise 1928/1929 verkaufte die Familie die Adam Opel AG an GM. Gregor von Opel ist heute der einzige Spross der Familie, der sein Geld noch mit Autos verdient.Mit einem Insolvenzplanverfahren soll nun der Fortbestand des Unternehmens und der Erhalt der meisten der noch 750 Arbeitsplätze gesichert werden. Bereits 2007 soll wieder ein operativer Gewinn erzielt werden.

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Im September vergangenen Jahres übernahm die Deutsche Bank mit angelsächsischen Investoren die Mehrheit an dem zweitgrößten Opel-Händler Deutschlands. In Finanzkreisen hieß es damals, das Unternehmen habe zuvor seine Kredite nicht mehr bedienen können. Gregor von Opel hielt seitdem nur noch eine Minderheitsbeteiligung, blieb aber Geschäftsführer.Als 18-Jähriger, direkt nach dem Abitur, hatte er das Autohaus übernommen. Sein Vater Georg von Opel hatte mit einem Teil des von GM erhaltenen Geldes 1938 das Haus gegründet. An ihn hat Gregor von Opel nicht viele Erinnerungen. Der Vater starb an Herzversagen, als der Junge erst drei Jahre alt war. Doch Gregor sieht sich in einer langen Auto-Tradition. Für ihn, den jüngsten von zwei Söhnen, habe es nie eine Alternative gegeben, sagte er einmal. Und so pflegt er das automobile Andenken der Industriellenfamilie.Noch immer besitzt der 38-Jährige, der in einer Villa im Taunus lebt, einen dunkelroten Admiral des Großvaters und eine Galerie mit Bronze-Büsten aller Opel-Abkömmlinge. Doch auch der berühmte Name konnte die Talfahrt der Handelsgruppe nicht stoppen. ?Georg von Opel ? von wem sonst?, lautet der selbstbewusste Slogan der Autohauskette. Seit dieser Woche klingt er mehr wie eine offene Frage.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.06.2006