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Online-Portal für passionierte Flieger

Birgitta vom Lehn
Mal angenommen, ein Privatpilot möchte sein altes GPS (Global Positioning System) aus seiner Cessna verkaufen. Oder eine Airline sucht ausgefallene Teile für ein Jet-Triebwerk. Was tun? Andreas Lampprecht (23) und Martin Rieger (25), zwei Projektmanagement-Studenten an der Hochschule Biberach, bieten für derlei Anliegen seit kurzem eine virtuelle Lösung an: ihre Online-Plattform für die Luftfahrt.

"Das ist eine Art Ebay für Flieger", erklärt Lampprecht, der selbst begeisterter Flieger ist und folglich auf die Marktlücke stieß. "Eine globale Lösung, insbesondere für seltene Teile", ergänzt Kommilitone Rieger.

Die besten Jobs von allen


Egal ob Segelflieger, Luft- und Raumfahrtstudent, Geschäftsführer, Werftleiter, Mechaniker oder Privatpilot: Jeder, der sich fürs Fliegen interessiert oder beruflich damit zu tun hat, ist bei Fipart willkommen. Die Plattform bietet über den Handel hinaus ein soziales Netzwerk für die Luftfahrtbranche.

Die Idee kommt an: Durchschnittlich 200 Besucher pro Tag registrieren die Geschäftsführer Lampprecht und Rieger bislang. Fipart zählt zurzeit 300 Mitglieder und 550 000 Ersatzteile in der Datenbank. Das Ziel der Jung-Geschäftsführer: Drei Millionen Ersatzteile innerhalb des nächsten Jahres in der Datenbank. Selbst Großkunden wie Lufthansa Technik und Dornier Technologie Aviation Services sind angetan und nutzen bereits den Fipart-Service.

Derzeit bieten die zwei angehenden Diplom-Ingenieure noch ein kostenloses Schnupperabo an. Später kostet der Privatkundentarif dann 5,95 Euro monatlich. Dabei können bis zu 25 Teile angeboten werden. Geschäftskunden, die 1 000 Teile anbieten wollen, müssen monatlich 39,95 Euro zahlen. Seit Anfang Juli hat Fipart seinen ersten starken Investor gefunden. Der Prinz von Hohenzollern unterstützt mit seiner Capital GmbH & Co. (PvH) das junge Unternehmen.

"Die Beteiligung der PvH ist ein sehr großer und wichtiger Meilenstein in unserer jungen Firmengeschichte", freut sich Lampprecht, der bei Fipart für die Gewinnung neuer Kunden zuständig ist, während Rieger die Datenbank aktualisiert. "Oberste Priorität war für uns, einen Partner zu finden, mit dem wir auf seriöse und vertrauensvolle Weise unserem Fipart-Baby das Laufen oder besser gesagt Fliegen beibringen können." Mit dem neuen Investor standen die beiden bereits in geschäftlichem Kontakt, denn sie hatten mit ihrer zweiten Firma, der Internetagentur Rieger-Lampprecht GbR, zuvor den Werbeauftritt des Prinzen erstellt.

Für ihr Startup schufteten die Studenten monatelang 16 Stunden am Tag. Hilfreich sei vor allem das Studium an der kleinen Hochschule mit ihren kurzen Wegen und dem persönlichen Austausch bis hin zum Rektor Thomas Vogel gewesen, der jetzt auch die Diplomarbeit der zwei betreut. Thema: Die Zertifizierung eines Startup-Unternehmens. Ihre Geschäftsidee präsentierten die Studenten kürzlich bei der Jahresversammlung des Bundesverbandes der Betriebe der allgemeinen Luftfahrt in Berlin.

Knapp 1 300 Studenten sind an der Fachhochschule Biberach eingeschrieben, davon fast 300 im Studiengang Projektmanagement.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.08.2007