Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Ohne Fleiß kein Preis

Prof. Jürgen Lürssen, Illustration: Sabine Kobel, Foto: PR.
Viele Arbeitnehmer glauben, allein durch fachliche Leistung aufzusteigen. Akribisch erledigen sie jedes Detail. Doch echte Führungskräfte sind aus anderem Holz. Ex-Manager und Marketing-Professor Jürgen Lürssen erklärt die heimlichen Spielregeln der Macht für den Weg nach oben.
1. Büropolitik durchschauen. Vordergründig geht es Mitarbeitern darum, sachliche Ziele zu erreichen. Eigentlich wollen sie aber profitieren ? von einer Gehaltserhöhung, einer Beförderung oder der Eroberung des Chefsessels. Wer hier durchblickt, ist im Vorteil

2. Macher sein. Statt jede Menge Detailwissen anzuhäufen, lieber einen Mitarbeiterstab aufbauen, der über diese Kenntnisse verfügt, und aus ihm das Optimum herausholen. Statt ein Projekt selbst zu stemmen, lieber eine ganze Batterie von Ideen anreißen und die Umsetzung gekonnt delegieren. Erfolge publik machen

Die besten Jobs von allen


3. Macht aufbauen. Faktoren, die die persönliche Macht speisen, sind neben dem Rang in der Firmenhierarchie vor allem sichtbare Erfolge sowie gute Beziehungen zu Vorgesetzten, Gleichgestellten und Mitarbeitern. Führungskräfte scheuen den Machtkampf nicht, um voranzukommen, denn wer als Manager keine klaren Grenzen setzt, wird schnell als ?Niete in Nadelstreifen? abgestempelt. Macht hat, wer andere ? auch gegen ihren Willen ? dazu bringen kann, das zu tun, was er will

4. Mit Menschen umgehen können. Jemand, der andere nicht zur Mitarbeit bewegen kann, wird eigene sachliche und persönliche Ziele kaum durchsetzen. Außerdem fehlen ihm Macht und Einfluss, um aufzusteigen. Es könnte sogar sein, dass ein fachlich deutlich schlechter qualifizierter Kollege das Rennen macht, wenn er mehr Pluspunkte in Sachen Menschenkenntnis, soziale Kompetenz, emotionale Intelligenz, Überzeugungs- und Durchsetzungskraft besitzt. Schmieden Sie deshalb unbedingt Allianzen.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.08.2007