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Offenes Geheimnis

Wer liest nicht gern aus erster Hand, wie sich Unternehmen lächerlich machen? Den Schlüsselloch-Trieb befriedigt jetzt die US-Webseite www.internalmemos.com, auf der Angestellte interne Mails veröffentlichen können. Rund 1.600 Memos plaudern bereits Geheimnisse aus. So ist zu lesen, wie ein gescheiterter Software-Unternehmer sich von seinen Kunden verabschiedet: "Vielleicht hätte diese Firma Erfolg gehabt - wenn ich kompetenter gewesen wäre." Frei zugänglich ist nur ein Drittel der Memos.

Wer unbegrenzt stöbern will, zahlt 45 Dollar monatlich. Nachahmer in Deutschland seien gewarnt: "Interne Mails zu veröffentlichen kann zu fristloser Kündigung führen", weiß Stefan Kramer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hannover. "Im schlimmsten Fall müssen Mitarbeiter sogar mit einer Schadenersatzklage rechnen."
Dieser Artikel ist erschienen am 11.08.2003