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Offene Stellen meist über private Kontakte vergeben

Die Amerikaner machen es vor: Networking ist der erfolgversprechendste Weg, einen neuen Job zu finden. Drei Viertel der US-Amerikaner haben laut Umfragen ihren Arbeitsplatz über Vitamin B bekommen. Doch auch deutsche Arbeitnehmer haben längst erkannt, wie wichtig Netzwerke für die Karriere sind: ?Rund die Hälfte aller offenen Stellen werden heute über Beziehungen vergeben?, schätzt Bruno Weidl, Seniorpartner bei der Personalberatungsfirma Heidrick & Struggles in der aktuellen Ausgabe des Job- und Wirtschaftsmagazins Junge Karriere. ?Ein aktives und weitreichendes Netzwerk ist heutzutage unverzichtbar?, sagt auch der Vorstandschef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel.Längst hat das Nutzen von Kontakten bei der Jobsuche nichts Anrüchiges mehr. Denn: ?Nur wer qualifiziert ist, wird empfohlen?, weiß Personalberater Weidl. Schließlich wäre eine Fehlbesetzung auch für den Tippgeber blamabel. Wer sich ein Job-Netzwerk aufbauen will, muss allerdings einige Fehler vermeiden, damit seine Bemühungen nicht vergeblich sind:

Die besten Jobs von allen

Die Todsünden des NetworkingAufdrängen: Bei geschlossenen Kreisen, die Newcomer nur auf Empfehlung aufnehmen, sich niemals selbst ins Spiel bringen. Aber auch bei offenen Clubs nicht unangemeldet auf Treffen erscheinen.Abzocken: Netzwerke leben vom Geben und Nehmen. Als Neuling nicht gierig nur die eigenen Vorteile im Auge haben. Lieber selbst ein paar Mal diskret weiterhelfen, ohne persönlich zu profitieren.Überrumpeln: Geduld ist gefragt; bis sich tragfähige Kontakte ergeben, vergehen manchmal Jahre. Daher: Vorsichtig antesten, wie weit die Hilfsbereitschaft geht.Bluffen: Sich dem grundlegenden Ziel oder dem gemeinsamen Interesse des Netzwerkes nicht verpflichtet zu fühlen, ist kontraproduktiv. Wer bei den Rotariern oder Lions beispielsweise nicht selbstlos der guten Sache dient, macht sich keine Freunde.Schlampen: Treffen kommentarlos fernzubleiben, Anrufe oder E-Mails der Netzkollegen nicht zu beantworten, ist schlechter Stil. Folge: Wer bei der Beziehungspflege chronisch schlampt, fliegt raus. Lieber gelegentlich einen Buchtipp rummailen, persönlich zum Geburtstag gratulieren oder spontan ein Treffen verabreden, das beflügelt die Kontakte.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.08.2003