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Nur übersetzen reicht nicht

In den USA oder Großbritannien zu arbeiten ist für viele ein Traum. Doch wer seinen Lebenslauf einfach eins zu eins ins Englische übersetzt, hat international keine Chance. Denn die angelsächsi­sche Variante folgt eigenen Gesetzen, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner aktuellen Ausgabe.?Bei amerikanischen und britischen Lebensläufen werden die Inhalte ganz in den Dienst des Verkaufens gestellt. Wer nur seinen Werdegang herunterleiert, hat verloren?, sagt Bewerbungscoach Bernd Andersch gegenüber Junge Karriere. Personaler wollen Erfolge sehen, alles möglichst mit Zahlen und Fakten belegt.

Die besten Jobs von allen

Die wichtigsten Bausteine für einen englischen Lebenslauf:Kein Foto: Im Sinne der Chancengleichheit sind die Angelsachsen bemüht, sich in ihrem Urteil nicht durch Äußerlichkeiten beeinflussen zu lassen.Persönliche Daten: Amerikaner scheren sich im Lebenslauf wenig um Geburtsort, Nationalität und Familienstand. Was zählt sind Qualifikationen, Erfahrungen und berufliche Erfolge des Bewerbers. In Großbritannien dagegen gehören per­sönliche Daten zum Standard.Berufsziel: Das ?Job Target? oder ?Objektive? kann kurz und bündig mit einer Positionsbezeichnung beschrieben werden, etwa ?Product Manager?. Junge Bewerber sollten etwas mehr über ihre Berufspläne verraten, weil sich der Personaler aus ihrem bisherigen Werdegang wenig zusammenreimen kann.Gliederung: Wer keine oder geringe Berufspraxis hat, geht am besten chronologisch vor, wobei anders als in deutschen Lebensläufen die jüngste Station nach vorne gehört. Erfahrene Fach- und Führungskräfte sollten ihre beruflichen Erfolge hervorheben.Berufserfahrung: Wichtigster Punkt im Lebenslauf. Der Bewerber punktet, indem er ausführlich erläutert, welche Erfahrungen er in Beruf, Nebenjobs und Praktika gesammelt hat. Hier können auch Hochschulaktivitäten, soziale und sportliche Engagements untergebracht werden, auf die vor allem die Amerikaner großen Wert legen.Besondere Interessen: Unter ?Skills and Interests? gehört alles, was über das rein Fachliche hinaus geht. Hoch im Kurs stehen Engagement, Initiative, Kreati­vität und Selbstständigkeit. Wer eine Sportskanone ist, schreibt sich Leistungs­orientierung und ? bei Mannschaftssportarten ? Teamfähigkeit zu.Unterschrift: Der Lebenslauf wird weder in den USA noch in Großbritannien unterschrieben. Orts- und Datumsangaben sind ebenfalls überflüssig.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.09.2003