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Nur 30 Prozent der Unternehmen vorbereitet

Das zum 1. Juli in Kraft tretende Antidiskriminierungsgesetz könnte zu einer Klagewelle gegen Unternehmen führen. Arbeitsrechtler fürchten, dass künftig Pseudo-Bewerber Stellenanzeigen nach diskriminierenden Formulierungen zu Alter oder Geschlecht durchforsten werden. Fallen sie nicht in die gesuchte Gruppe, bewerben sie sich und klagen auf Schadenersatz, sobald sie eine Absage erhalten, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere in seiner am 27. Mai erscheinenden Ausgabe.Experten warnen sogar vor der Entstehung eines regelrechten Klage-Gewerbes: ?Es wird jede Menge Leute geben, die Stellenanzeigen nach solchen Formulierungen durchsuchen und bei einer Ablehnung sofort vor Gericht ziehen?, sagt Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Horizont Personalberatung in Koblenz gegenüber karriere. Maximal drei Monatsgehälter des entgangenen Jobs können erfolgreiche Kläger vor Gericht absahnen. ?Für einen abgelehnten Bewerber ist es durch das neue Gesetz relativ leicht, eine Diskriminierung nachzuweisen?, bestätigt Regina Glaser, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei der Düsseldorfer Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. Denn nur etwa 30 Prozent der Unternehmen seien bislang ausreichend auf das neue Gesetz vorbereitet.

Die besten Jobs von allen

Schon wenn der Bewerber sich per Telefon meldet, müssen am anderen Ende geschulte Mitarbeiter sitzen. ?Wenn da jemand unbedacht sagt: ?Wir suchen aber einen JüngerenŽ, kann das schon Anlass für eine Klage sein?, sagt Glaser in karriere.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.05.2005