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Noch kein Mangel an Ingenieuren


Auch wenn ein Teil der Unternehmen Schwierigkeiten bei der Personalsuche hat, gibt es noch keinen flächendeckenden oder bedrohlichen Ingenieurmangel in Deutschland.

Die Zahl geeigneter Bewerbungen ist laut einer aktuellen Studie kaum zurückgegangen: Zwar gab es im Jahr 2006 durchschnittlich 21 Bewerbungen auf eine offene Stelle in einem Ingenieurberuf und damit 14 weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren nach Aussagen der befragten Betriebe jedoch lediglich sechs geeignete Bewerber, nur einer weniger als 2005.

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Auch die Dauer der Personalsuche hat sich kaum verlängert. 2006 vergingen vom Beginn der Personalsuche bis zur Arbeitsaufnahme des neuen Mitarbeiters rund 122 Tage, im Jahr 2005 waren es durchschnittlich 127 und im konjunkturstarken Jahr 2000 etwa 120 Tage. Immer noch sind 24.100 Ingenieure arbeitslos. Ingenieurinnen sind mit 9,7 Prozent mehr als doppelt so häufig arbeitslos wie Ingenieure. Betriebe stellen Arbeitslose heute allerdings seltener ein als früher. 2006 fiel bei nur elf Prozent aller Neueinstellungen in Ingenieurberufen die Wahl auf Personen, die vorher arbeitslos waren.

Im Jahr 2004 waren es noch 19 Prozent. Die Studie weist aber auf zu erwartende Engpässe hin: Der Akademikermangel werde mittelfristig auch den Ingenieurbereich treffen. Viele Ältere werden aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften sinken seit 2004 wieder und Studienabbrüche sind überdurchschnittlich häufig.

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg. Studie: "Fachkräftebedarf: Engpässe, aber noch kein allgemeiner Ingenieurmangel".

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Dieser Artikel ist erschienen am 27.09.2007