Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Neujahrsblues

Foto: Photocase.de
Alles neu macht 2007. Was Sparer, Pendler, Eltern und Steuerzahler vor dem Jahreswechsel noch tun können, um Steuern zu sparen, und auf welche finanziellen Einschnitte sie sich ab dem nächsten Jahr einstellen müssen. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.
Die Liste der Änderungen, die 2007 auf Sparer, Pendler, Steuerzahler und Eltern zukommen, ist lang.

Freibeträge optimal nutzen
Der Steuerfreibetrag sinkt - von bisher 1.370 auf 750 Euro für Ledige und von 2.470 auf 1.500 Euro für Ehepaare. Dazu gibt es eine Werbungskostenpauschale von 51 Euro für Singles (102 für Verheiratete). Die neue Freistellungsgrenze von 801 Euro knackt ein unverheirateter Sparer bereits mit einem Guthaben von über 26.700 Euro, für das er drei Prozent Zinsen bekommt. Wer mehr Zinsen kassiert, muss diese mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern

Die besten Jobs von allen


Da die Steuerfahnder sämtliche steuerfreien Auszahlungen registrieren, sollten Sparer rechtzeitig alle Freistellungsaufträge checken und neu verteilen, um nicht ins Visier der Finanzbehörden zu geraten. Besitzer von Aktien und Aktienfonds müssen dabei nur den halben Betrag der zu erwartenden Dividende berücksichtigen, die andere Hälfte können sie steuerfrei kassieren. Zumindest vorerst. Für 2008 plant die Bundesregierung dann die Einführung einer pauschalen Abgeltungssteuer auf sämtliche Kapitaleinkünfte. Eltern haben ein Hintertürchen, um Zinsen vor dem Fiskus zu retten. Sie können Geld auf ihre Sprösslinge übertragen, denn auch den Minis stehen beim Finanzamt die vollen Sparerfreibeträge zu. Haben Tochter und Sohn keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte, bleiben sogar bis zu 8.500 Euro Zinsen und Dividenden pro Jahr steuerfrei. Ist der Nachwuchs gesetzlich krankenversichert, sollte allerdings eine Grenze von maximal 5.000 Euro Zinsen jährlich pro Kind nicht überschritten werden. Sonst geht die kostenlose Mitversicherung verloren.

Weg zur Arbeit wird teurer
Die ersten 20 Kilometer zum Job dürfen Berufstätige ab nächstem Jahr nicht mehr von der Steuer absetzen. Erst ab dem 21. Kilometer können Pendler die übliche Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer geltend machen. Für viele Arbeitnehmer eine heftige Mehrbelastung: Wer zum Beispiel 35 Kilometer zum Arbeitsplatz zurücklegen muss, konnte bisher rund 2.400 Euro jährlich absetzen, künftig sind es nur noch gut 1.000 Euro. Je nach Steuersatz macht das einige hundert Euro mehr Steuern pro Jahr aus.

Drei Punkte mehr beim Shoppen
Ab 1. Januar steigt die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Für Lebensmittel gilt weiterhin der ermäßigte Satz von sieben Prozent. Ein Grund, vor Neujahr noch hemmungslos zu shoppen? Laut einer aktuellen Online-Umfrage will das Gros der Verbraucher genau das tun: Fast zwei Drittel der Befragten haben vor, noch vor Silvester einen Computer oder zumindest Computerzubehör anzuschaffen. Fast jeder Vierte plant den Kauf eines neuen Fernsehers. Verbraucherschützer warnen dagegen davor, Anschaffungen zu überstürzen, und empfehlen, die Endpreise bei mehreren Anbietern genau zu vergleichen. Denn es steht zu befürchten, dass schon vor Jahresende einige Händler die Preise erhöhen, um später damit zu werben, die drei Prozent nicht an Kunden weitergegeben zu haben.

Mehr Geld für Eltern
Auf ein finanzielles Bonbon können sich werdende Eltern freuen: Wer ab Januar ein Baby bekommt und im Job kürzer tritt, um sich um das Neugeborene zu kümmern, erhält 67 Prozent des letzten Nettolohns, maximal 1.800 Euro im Monat. Das Elterngeld löst das bisherige Erziehungsgeld ab. Vorteil: Die neue Finanzspritze gibt es auch für Gutverdiener.
Gezahlt wird maximal 14 Monate lang, wobei ein Elternteil höchstens zwölf Monate alleine die Förderung in Anspruch nehmen kann. Die anderen beiden sind für den Partner reserviert. Nimmt der sie nicht, verfällt das Elterngeld für diese Zeit. Wer vor der Geburt nichts verdient hat, beispielsweise Studenten, bekommt mindestens 300 Euro pro Monat. Während Mutter oder Vater Elterngeld kassieren, müssen sie nicht komplett aus dem Job aussteigen. Bis zu 30 Stunden wöchentlich darf gearbeitet werden. Dann reduziert sich allerdings die Höhe des Elterngeldes entsprechend.

Katja Stricker
Dieser Artikel ist erschienen am 29.11.2006