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Neuer Chef für Novartis Deutschland

Von Anna Sleegers
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in aller Stille den Chefsessel seiner drittgrößten Auslandstochter neu besetzt. Nur eine Hand voll Fachzeitschriften wurde informiert, dass seit 1. Juli für das Deutschland-Geschäft einer Neuer das Sagen hat.
FRANKFURT. Maags Vorgänger Emmanuel Puginier, 44, steigt innerhalb des Konzerns weiter auf und übernimmt die Leitung von Novartis Japan. Er war seit 2003 Geschäftsführer der Novartis Pharma in Nürnberg gewesen. Bei der Schweizer Konzernzentrale war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.Maag ist in Deutschland geboren, war aber bereits als Unternehmensberater in der Schweiz tätig, als er beim größten Schweizer Pharmakonzern anheuerte. Er studierte Pharmazie und promovierte im Fachbereich Gesundheitsmanagement.

Die besten Jobs von allen

Bei Novartis baute Maag 2003 den Geschäftsbereich Infektionskrankheiten auf. 2004 übernahm er die Leitung des Novartis-Geschäfts in Südkorea, einem Markt, der von lokalen Billiganbietern dominiert wird, die wenig Respekt vor dem Patentschutz an den Tag legen.Die asiatische Herausforderung nahm er offenbar gerne an. Die Internetausgabe der ?Korea Times? zitierte den Manager damit, dass er lieber dort tätig sei als ?in einem langweiligen europäischen Markt, wo jeder jeden kennt und die Produkte klar abgegrenzt sind?.Wirklich langweilig dürfte es ihm nach seiner Beförderung zum Deutschland-Chef nicht werden. Novartis ist mit einem Umsatz von gut einer Milliarde Euro einer der größten forschenden Pharmakonzerne in Deutschland. Während Patentschutzverletzungen durch andere Hersteller hier zu Lande nicht auf der Tagesordnung stehen, klagt die Branche darüber, dass der politische Druck auf die Pharmapreise den Patentschutz aushöhle.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.07.2006