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Neue Regeln zur Berufsunfähigkeit

Da laut einer aktuellen Infratest-Umfrage 87 Prozent der Arbeitnehmer nicht wissen, dass seit dem 1. Januar neue (wenig vorteilhafte) Regelungen für den Fall der Berufsunfähigkeit gelten, hier noch Mal die Eckpfeiler der Reform: Für alle Bürger, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, ist zum Jahreswechsel der gesetzliche Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit weggefallen. Dafür wurde eine einheitliche, zweistufige Erwerbsminderungsrente eingeführt. Im Krankheitsfall heißt das: Wer weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, bekommt die volle Erwerbsminderungsrente. Wer zwischen drei und unter sechs Stunden einsatzfähig ist, erhält die Hälfte. Arbeitnehmer, die mindestens sechs Stunden arbeiten können, gelten nicht als erwerbsgemindert und gehen leer aus.

Und jetzt kommt's: Während sich die Zahlung früher daran orientierte, ob ein Kranker in seinem oder in einem vergleichbaren Beruf weiterarbeiten konnte, spielen die Ausbildung und der berufliche Status jetzt keine Rolle mehr. Schlimmstenfalls würde ein Arzt, der nicht mehr praktizieren kann, dem aber sechs Stunden als Pförtner gesundheitlich zugemutet werden können, keine Erwerbsminderungsrente bekommen. Wie man sich privat mit Berufsunfähigkeitsversicherungen sinnvoll schützt, steht in www.karriere.de/versicherung

Dieser Artikel ist erschienen am 27.02.2001