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Neue Lust am Chef-sein

Nach zwei Flautejahren melden die Businessplan-Wettbewerbe, wichtiger Frühindikator für Unternehmensgründungen, wieder steigende Teilnehmerzahlen. Rund ein Drittel mehr Gründer in spe beteiligten sich beim Businessplan-Wettbewerb Nordbayern und beim traditionsreichen Münchener Business Plan Wettbewerb (MBPW). Neue Rekorde feiern Netzwerk und Know-how aus Köln sowie der Dortmunder Start2grow-Wettbewerb.

?Studenten sehen die Selbstständigkeit wieder als Alternative zum festen Job?, glaubt Stefan Söhnt von der FH München, Mitveranstalter des MBPW. Dass nicht nur Ich-AGs die Gründerzahlen pushen, bestätigt die KfW-Bankengruppe, bei der sich die Zahl der Startup-Darlehen bis 25.000 Euro im letzten Jahr verdreifacht hat. Zudem startet die KfW im März mit dem Unternehmerkapital-Programm, das jungen Gründern hilft, Eigenkapital aufzubauen. Das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) bezeichnet die Stimmung seiner Mitglieder sogar als ?besser denn je?. Im vierten Quartal 2003 habe sich die Zahl der neu eingegangenen Deals im Vergleich zum Vorquartal verdoppelt.

Die besten Jobs von allen


Auch die Teilnehmer des ?German Private Equity Barometer?, Geschäftsklimaindex für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt, rechnen für die nächsten sechs Monate mit einer neuen Gründungsdynamik. Eine Umfrage von Ernst & Young ergab, dass bei den Wagniskapitalgebern das Geld wieder lockerer sitzt. Soeben ist auch der europäische ?ERP-EIF-Dachfonds für Beteiligungskapital? für technologieorientierte Startups mit einer Kapitalausstattung von 500 Millionen Euro aufgelegt worden. ?Für die alten Hasen ist jetzt die Zeit, in den Markt zu investieren, wenn der Rest der Branche noch die Hosen voll hat?, sagt Prof. Klaus Nathusius, Geschäftsführer der ältesten deutschen Venture-Capital-Gesellschaft Genes GmbH.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.03.2004