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Neue Ehrlichkeit

slt, cmo, uh
Wir nehmen nur die Besten der Besten, tönte es lange aus allen Personalabteilungen - und wenn sie nur für die Staubsaugerfabrik in Hintertupfingen rekrutierten. Nun herrscht neue Ehrlichkeit: Unternehmen stellen nicht bloß High Potentials ein. ?Bewerber sollten die hohen Anforderungen, die wir in Stellenausschreibungen veröffentlichen, nicht so ernst nehmen?, ermuntert etwa Commerzbank-Personaler Martin Müller.
Wir nehmen nur die Besten der Besten, tönte es lange aus allen Personalabteilungen - und wenn sie nur für die Staubsaugerfabrik in Hintertupfingen rekrutierten. Nun herrscht neue Ehrlichkeit: Unternehmen stellen nicht bloß High Potentials ein. ?Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass wir nicht nur die Einser-Kandidaten suchen?, sagte etwa Ulrich Wölfer, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Hochtief Construction in Düsseldorf, auf dem Podium des Absolventenkongresses in Köln. ?Ich frage nicht als Erstes nach den Noten, sondern nach dem Lieblingssport und der Lieblingskneipe.?Es ist keineswegs nur die bodenständige Bauindustrie, die Otto Normalabsolvent auffordert, sich zu bewerben. Auch beim Banken-Forum auf dem Absolventenkongress war von Prädikatsexamen keine Rede mehr, im Gegenteil: ?Bewerber sollten die hohen Anforderungen, die wir in Stellenausschreibungen veröffentlichen, nicht so ernst nehmen?, ermuntert Commerzbank-Personaler Martin Müller Absolventen, ihre Mappe zu schicken, auch wenn sie nicht zu den Jahrgangsbesten zählen.

Die besten Jobs von allen

Und worauf kommt es den Unternehmen stattdessen an? ?Papier ist sehr geduldig?, meint Tiemo Kracht, Chef der großen Personalberatung Heidrick & Struggles Deutschland. ?Insofern sollte man sich nicht so sehr von schönen Worten und der Ansammlung von renommierten Unis und Unternehmen leiten lassen, sondern sich ein Bild von der Persönlichkeit machen."
Dieser Artikel ist erschienen am 21.12.2005