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NC oder Eignungstests?

Der Numerus Clausus, kurz NC, ist ein Thema mit dem sich viele Abiturienten nach bestandenem Schulabschluss befassen müssen, denn das Abi in der Tasche heißt noch lange nicht die freie Fahrt zum gewünschten Studienfach. Jedes Jahr ermittelt die ZVS an Hand der Abiturnoten der Bewerber wie hoch der NC sein muss, um ein bestimmtes Fach zu studieren.
Der Numerus Clausus, kurz NC, ist ein Thema mit dem sich viele Abiturienten nach bestandenem Schulabschluss befassen müssen, denn das Abi in der Tasche heißt noch lange nicht die freie Fahrt zum gewünschten Studienfach. Jedes Jahr ermittelt die ZVS an Hand der Abiturnoten der Bewerber wie hoch der NC sein muss, um ein bestimmtes Fach zu studieren. Das ist z.B. bei Fächern wie Medizin oder Jura der Fall. Daneben existiert der universitätsinterne NC, hierbei errechnen die Universitäten den NC selbst.Beliebte Fächer, wie z.B. Medienwissenschaften haben oft einen so hohen NC- in Köln liegt er z.B. bei 1,2- dass nur die Besten der Abiturienten dieses Fach studieren können. Die anderen haben zwei Chancen ihr Wahlfach zu studieren. Entweder man versucht es mit einem Quereinstieg, d.h. man studiert ein dem Wunschfach ähnliches Fach und absolviert dort Seminare und sammelt Scheine, die dann im gewünschten Fach angerechnet werden können und man so mit Glück in ein höheres Semester zum Wahlfach dazustößt. Doch die Plätze sind begrenzt und oft gibt es kaum Chancen wirklich zum Lieblingsfach zu kommen.

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Die zweite Möglichkeit ist das Wartesemester. Beim Wartesemester wartet man auf einen Studienplatz. Das kann zwei oder vier, aber auch elf Semester dauern. Aber auch mit Wartesemestern ist es schwer zum Wunschfach zu kommen und für viele steht es außer Frage so lange auf einen Studienplatz zu warten. Daher entscheiden sich die meisten für ein anderes Fach. Der Sinn des NCs wird seit einigen Jahren diskutiert, denn die Abiturnote sagt wenig über die Qualifikationen eines Schülers aus. So kann ein Schüler, der Mathematik studieren möchte und auch im Mathe-Leistungskurs sehr gut war, in anderen Fächern, z.B. Deutsch und Englisch, eine schlechte Note haben. Resultat daraus ist, dass sein Abinote schlechter ausfällt. Seine Abschlussnote sagt dann allerdings nichts über seine mathematischen Leistungen aus.In anderen europäischen Ländern entscheidet nur sehr selten der NC darüber, ob Schüler ein Fach studieren dürfen oder nicht. In der Regel gibt es spezielle Aufnahmeverfahren, die aus Tests oder persönlichen Vorstellungsgesprächen bestehen. Positiv hierbei ist, dass man auch als Abiturient mit einem schlechteren Abitur gute Chancen auf einen Studienplatz der ersten Wahl hat, da die Abiturnote nicht oder nur selten berücksichtigt wird. So kann man sich optimal auf die Prüfung vorbereiten und wird nur in dem Gebiet geprüft, das man sich als Studienfach aussucht. Wenn man beispielsweise Biologie studieren will, wird man in der Einstiegsprüfung z.B. nicht nach Fremdsprachenkenntnissen oder Interpretationen abgefragt. Die eigenen Leistungen können so besser auf das Zielfach hin bewertet werden.Auch in Deutschland gibt es neben dem NC andere Zulassungsverfahren. Dies ist z.B. bei künstlerischen Studiengängen, wie Graphikdesign oder Fotografie, der Fall. Hierbei müssen die Bewerber Mappen abgegeben oder in einer Prüfung ihre Fähigkeiten beweisen. Es gibt auch einige Studienfächer, wie z.B. Spanisch oder Islamwissenschaften, die zulassungsfrei sind, allerdings ist dies von Uni zu Uni sehr unterschiedlich. Ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders geht, ist die pädagogische Hochschule in Heidelberg. Ein besonderes Punktesystem berücksichtigt neben dem Abiturschnitt verschiedene Noten der Oberstufe, außerdem kann man durch Praktika, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein freiwilliges soziales Jahr noch einmal Punkte einheimsen, so errechnet sich dann ein ?neuer? NC, der mehr berücksichtigt als die eigentliche Abiturnote.Doch diese Hochschule ist eine der wenigen, die ein abweichendes Zulassungssystem anbietet. Ob sich der NC als Zugangsbeschränkung in Deutschland halten kann, ist fragwürdig. Insbesondere dann, wenn höhere Studiengebühren ab dem ersten Semester eingeführt werden, geben sich die meisten Abiturienten nicht mehr mit einem Fach zweiter Wahl zufrieden. Auch ein Quereinstieg kommt in den meisten Fällen nicht mehr in Frage, da es finanziell nicht mehr tragbar ist.Aber wie stehen Sie zu diesem Thema? Stimmen Sie mit ab! Die aktuelle Umfrage finden Sie in der rechten Spalte auf der Homepage www.karriere.de.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.07.2005