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Nadine Gaude

Die Ausgangsfragen
Erste Erfahrungen in Singapur
Vor den Abschlussklausuren
Ein Semester in Australien
Osterferien
Das Austauschsemester geht zu Ende
Es ist vollbracht!
Zurück im Studentenalltag
Managing Information and Knowledge
Die letzten Wochen
Abschluss













Liebe Tagebuchleser und ?Leserinnen,

Die besten Jobs von allen


nun bin ich schon seit einigen Tagen wieder in Deutschland und mein MBA-Studium ist so gut wie beendet. Die letzten Semesterwochen waren noch einmal stressig, denn die Präsentationen und Ausarbeitungen mussten pünktlich abgegeben werden. Danach hatten wir eine Woche zur Vorbereitung der Klausuren und dann zwei Wochen, in den Klausuren geschrieben wurden. Financial Risk Management war wieder recht anspruchsvoll, doch ich habe alle Klausuren bestanden. Meine Diplomarbeit habe ich auch schon angefangen, aber einige Wochen werde ich noch bis zur Vervollständigung brauchen. Nebenbei habe ich auch schon Bewerbungen abgeschickt, denn ich hoffe auf eine spannende Tätigkeit im neuen Jahr.

Ich wünsche allen MBA-Studenten und denen, die es werden wollen, viel Glück, Schaffenskraft und vor allem viel Spaß!

Nadine
Liebe Tagebuchleser und -Leserinnen,

viele Grüße aus dem regnerischen Australien.

Die Ferien sind schon wieder vorbei und nun geht es zum Endspurt. Die Financial Risk Management Klausur war dann doch ziemlich hart und alle waren froh, als sie vorbei war. Jetzt spielen wir jede Woche ein Planspiel bei dem wir ein Wertpapierdepot verwalten. Nach der ersten Woche sah auch alles ganz rosig aus, doch dann ist uns beim letzten Mal ein Fehler unterlaufen, der uns gewaltig in die roten Zahlen gebracht hatte. Letzte Woche haben wir dann Aktionen unternommen, um wieder ins Plus zu kommen. Jetzt warten wir auf die Resultate und hoffen, dass unsere Entscheidungen richtig waren

Unser Report über das Reservierungssystem ist auch fast fertig. Nachdem wir noch Feedback von unserem Professor bekamen, haben wir noch ca. zwei Wochen Zeit, das Projekt fertig zu stellen

Morgen ist Samstag, aber wir treffen uns noch einmal zu einer Strategic Management Review Runde, da auch hier der Abgabetermin des Reports und die Klausur immer näher rücken

Das Semester hat noch zwei Wochen. Danach ist eine Woche frei, um die Reports in Ruhe fertig stellen zu können und um sich auf die Klausuren vorzubereiten. Nach den zwei Klausurwochen ist das MBA Programm für mich fast vorbei. Meine Diplomarbeit werde ich Ende des Jahres abgeben und dann hoffentlich einen interessanten Job finden.
Also, auf zum Endspurt!

Viele Grüße
Nadine
Liebe Tagebuchleser und -Leserinnen,

viele Grüße aus dem sommerlichen Australien. Seit zwei Tagen klettert das Thermometer schon auf über 30 Grad, obwohl eigentlich noch Frühling ist.

Beim letzten Mal hatte ich versprochen, Euch von "Managing Information and Knowledge" zu berichten. Das passt auch sehr gut, denn in wenigen Stunden habe ich diesen Kurs, dieses mal mit einem Gastdozenten. Vor Kurzem war ein IT-Spezialist von IBM zu Besuch, der uns die Neuerungen im Bereich "Lotus Software" vorgestellt hat. Somit ist der Kurs nicht nur akademisch, sondern zeigt auch interessante praktische Beispiele. Wie in fast jedem Kurs, absolvieren wir ein Projekt. Isabel und ich haben uns entschlossen, dass Reservierungssystem einer australischen Airline unter die Lupe zu nehmen. Dazu hatten wir schon einen Termin im Reisebüro, um festzustellen, wie die Mitarbeiter Flüge buchen und welche Systeme ihnen zur Verfügung stehen. Die nächsten Schritte sind nun, Termine mit der IT Abteilung der Airline und des Anbieters eines Reservierungssystems zu vereinbaren. Glücklicherweise haben beide ihren Hauptsitz in Brisbane und waren bis jetzt sehr hilfsbereit. Nachdem wir genug Informationen gesammelt haben, werden wir den ca. 25-seitigen Report schreiben.

Doch das passiert frühestens nächsten Sonntag. Dieses Wochenende habe ich den zweiten Teil meines Strategic Management Intensivkurses und nächsten Samstag eine Klausur in Financial Risk Management für die ich nächste Woche "büffeln" werde. Danach kann ich gut die eine Woche "semester break" gebrauchen.

Viele Grüße
Nadine
Liebe Tagebuchleser und -Leserinnen,

viele Grüße aus Australien. Nach einem schönen Urlaub in der Heimat und einer Rundfahrt in Australien, hat mich nun der Studentenalltag wieder.

Das neue und letzte Semester ist schon in der dritten Woche und es begann auch gleich mit einem Intensivkurs am letzten Wochenende. Mein letzter Pflichtkurs ist Strategic Management, den ich als Intensivkurs am Wochenende belege. Nachdem wir einige Theorien kennengelernt haben, ist es nun an uns, so viel wie möglich zu lesen, damit wir beim zweiten Teil des Kurses in fünf Wochen Fallstudien besprechen können. Zwei Fallstudien werde ich zum nächsten Mal vorbereiten. Das größere Projekt ist dann eine Evaluierung der Strategie eines australischen Papierherstellers. Dazu werde ich wohl einige Tage in der Bibliothek verbringen und die Finanzzeitschriften verfolgen. Zum Ende des Kurses schreiben wir eine zweistündige Klausur. Ein Wochenendkurs ist zwar immer sehr arbeitsintensiv und anstrengend, doch ist er auch oft interessanter, da man sich an einem Stück mit einem Thema auseinandersetzt und dadurch oft viele spannende Diskussionen entstehen.

Beim nächsten Mal werde ich Euch von meinen anderen Kursen erzählen. Einen davon, Managing Information and Knowledge, habe ich heute abend. Doch dazu beim nächsten Mal mehr.

Viele Grüße aus dem nicht ganz so warmen Australien
Nadine
Liebe Tagebuchleser und -Leserinnen,

es ist vollbracht! Das dritte Semester ist geschafft, alle Reporte sind abgegeben und gestern Abend habe ich meine einzige Klausur geschrieben. Natürlich waren die letzten Wochen dann dementsprechend stressig, denn in fast jedem Fach musste ein Report fertig gestellt werden. Da die meisten Gruppenarbeiten sind, erfordert das schon etwas Koordinationsgeschick. Nachdem wir aber am Samstag Morgen in vier Stunden unserem HRM Report den letzten Schliff verpasst hatten, hieß es dann, sich auf die Klausuren vorzubereiten. In diesem Semester hatte ich Glück und nur eine Klausur in "Managing the International Enterprise". Zwar ist der Lernstress erst einmal vorbei, doch steigt die Spannung auf die Noten

Jetzt sind erst einmal vier Wochen Ferien in denen ich nach Hause fliegen werde. Ende Juli werde ich nach Australien zurückkehren und mein Studium hier beenden und nicht in Singapur. Als ich im Mai den Antrag auf Verlängerung stellte, war SARS noch akut in Singapur und nach reiflicher Überlegung habe ich mich dann entschieden, hier zu bleiben. Mittlerweile ist Singapur zum Glück SARS frei, doch ich werde dennoch hier bleiben, da mein Visum usw. schon verlängert wurden

Also, liebe Leser, ich werde jetzt packen, denn übermorgen geht mein Flug.
Viele Grüße
Nadine
Liebe Tagebuchleser und -leserinnen,

wieder einmal liebe Grüße von Down Under. Mein Austauschsemester neigt sich langsam dem Ende zu und wie das meist so ist, häufen sich die Abgabetermine. Meinen Businessplan habe ich am Wochenende fertig gestellt. Jetzt wartet ein Report über die Möglichkeiten der Spieltheorie zur Konfliktresolution darauf, geschrieben zu werden. Dazu habe ich schon einige Stunden in der Bibliothek verbracht. Die Onlinedatenbank ist gefüllt mit Artikeln und Informationen. Den Report werde ich allein schreiben, aber eine Gruppenarbeit gehört auch noch zu dem Fach. Die Präsentation soll möglichst interessant gestaltet werden und so werden wir kleine Rollenspiele, Videos und Powerpoint einbauen. Dazu treffen wir uns einmal pro Woche. Am Freitag werde ich mich mit einer anderen Gruppe und einem Personalleiter treffen, um über die Human Ressource Aktivitäten in seiner Firma zu sprechen und dann einen Report zusammen zu stellen. Da wir bereits eine Midtermklausur geschrieben haben, gibt es keine Abschlussklausur. Die wiederum gibt es Mitte Juni in "Managing the International Enterprise". Zu diesem Fach gehört auch eine schriftliche Teamarbeit. Unser Thema wird "Franchising" sein und wir werden uns noch einige Male treffen, um den Inhalt zu organisieren.

Obwohl im Moment viel Arbeit ansteht, möchte ich mein Austauschsemester nicht missen. Da mein Schwerpunkt auch auf International Business liegt, finde ich es wichtig, Auslandserfahrung zu sammeln. Der Spaß und die Neugier kommen natürlich auch nicht zu kurz. Wie ich ja bereits erwähnt hatte, versuche ich auch an außerschulischen Aktivitäten teilzunehmen. So stand ich neulich nach einigen Anläufen auf dem Brisbane River auf einem Wakeboard und war am letzten Sonntag in Tangalooma schnorcheln.

So, jetzt warten meine Spieltheorieartikel auf mich.

Ich wünsche Euch alles Gute
Nadine

P.S: Bei Fragen, fragen: ngaude@hotmail.com
Liebe Tagebuchleser,

ich genieße gerade eine Woche Osterferien. Obwohl ich jetzt zum Ende der Woche doch wieder vorm Rechner sitze um ein Assignment für ?New Ventures and Entrepreneurship' für nächste Woche fertig zustellen.

Am Donnerstag vor Ostern hatte ich meine erste Klausur, eine Mitsemesterklausur in Human Ressource Management. Ich bin schon gespannt auf die Resultate. Am Sonntag werden wir uns treffen, um eine Präsentation für dieses Fach vorzubereiten. Wir werden das Thema ?Performance Appraisal' vorstellen. Außerdem werden wir demnächst in eine australische Firma gehen und mit einem HR Manager sprechen. Mein Team arbeitet an einem 5000 Wörter Assignment über die HRM Aktivitäten in der Firma. Glücklicherweise arbeitet Pam, eines unserer Teammitglieder dort, so dass wir gut an Informationen kommen. Wie so oft ist unser Team bunt gemischt, bestehend aus zwei Australierinnen, einem Vietnamesen und zwei Deutschen.

Am Dienstag werde ich mich mit meinem anderen Team treffen um an einer Präsentation für Business Negotiation zu arbeiten. Neben der Präsentation wird auch jedes Teammitglied einen 5000 Wörter Report schreiben. Dazu werde ich nächste Woche in die Bibliothek gehen um Informationen zu sammeln.

Ich hatte eigentlich gehofft, mir schon Gedanken über meine Diplomarbeit zu machen, doch die australischen Reporte haben momentan Vorrang. Ich hatte ja schon vorher erwähnt, dass die australische Universität eher Wert auf schriftliche Ausarbeitungen als auf Präsentationen legt. Der Arbeitsumfang ist aber ähnlich wie in Singapur, denn gute Präsentationen brauchen auch viel Vorbereitung.

Trotzdem gehe ich Montags und Donnerstags zum Fechten und Kickboxen, was mir sehr viel Spaß macht und die Möglichkeit gibt, andere Studenten kennen zulernen.

Während Ihr Euch auf die ersten warmen Tage freut, hab ich die Sweatshirts rausgeholt, denn es ist Herbst und wird langsam kühler.

Viele Grüße
Nadine
Liebe Tagebuchleser und -leserinnen,

die Abschlussklausuren liegen nun schon lange hinter mir und ich warte gespannt auf die Ergebnisse.

Am Montag nach den Klausuren ging dann mein Flug nach Brisbane, Australien. Hier werde ich im Austausch mit der University of Queensland (UQ) ein Semester studieren. Da ich eine Woche vor Studienbeginn anreiste, hatte ich genug Zeit, mir ein Visum und eine Wohnung zu besorgen. Ich teile mir nun ein Haus mit zwei Australiern in Citynähe. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, ging es auch schon los. Der Campus in St. Lucia ist riesig und toll ausgerüstet mit vielen Bibliotheken und Sportmöglichkeiten. Mein erster Kurs ist der Intensivwochenendkurs "Business Negotiation", der neben Theorie auch viele praktische Übungen bietet. Der zweite Teil folgt in zwei Wochen. Zuvor trifft sich mein Team aber am Sonntag um eine "Negotiation map" vorzubereiten, eine Art Verhandlungsfahrplan mit der wir in der nächsten Vorlesung gegen ein Konkurrenzteam antreten werden. Außerdem wartet nach den Vorlesungen noch eine schriftliche Auswertung auf uns (20 Seiten pro Person).

Überhaupt habe ich festgestellt, dass im Gegensatz zur NTU an der UQ mehr Wert auf schriftliche Arbeiten gelegt wird. Zwar wird hier Teamarbeit auch großgeschrieben, doch das Endprodukt ist meist ein mindestens 20 Seiten langer Report im Gegensatz zu den Präsentationen in Singapur. Außerdem haben die Vorlesungen hier mehr Vorlesungscharakter, d.h. der Professor spricht fast die ganze Zeit. An der NTU wird mehr Wert auf Interaktion und Mitarbeit der Studenten gelegt. Glücklicherweise habe ich dieses Mal nur zwei Klausuren, was aber auch bedeutet, dass die schriftlichen Arbeiten aufwendiger sind. So muss ich im Kurs "New Ventures and Entrepreneurship" unter anderem einen Businessplan schreiben. Dazu werde ich demnächst einen Nachmittag in der Bibliothek verbringen, um mir Ideen zu holen. Weitere Schwerpunkte in diesem Fach sind die Evaluation eines anderen Businessplans und das Schreiben einer Kurzbiographie über einen Entrepreneur, der uns begeistert. Darum liegt jetzt auf meinem Nachttisch auch die Biographie von Richard Branson und ich versuche jeden Abend darin zu lesen, bevor mir die Augen zu fallen.

Neben dem Studium möchte ich auch so viel wie möglich die zahlreichen Sportmöglichkeiten nutzen und die Gegend erkunden. Brisbane ist eine ruhige Millionenstadt, mit vielen Kaufhäusern, Restaurants und einem schönen Stadtstrand. Die Einwohner sind superfreundlich und hilfsbereit und fast immer mit Sonnenbrille unterwegs, da Brisbane über 240 Sonnentag im Jahr hat. Noch kann ich das leider nicht bestätigen, da es auch heute wieder regnet.

So, dann werde ich mich zur Uni aufmachen, denn ich habe heute Nachmittag das 2. Mal "New Ventures und Entrepreneurship".

Liebe Grüße
Nadine

P.S : Bei Fragen, fragen: ngaude@hotmail.com
Liebe Leserinnen und Leser,

noch eine Woche Vorlesungen, dann heißt es sich für die Abschlussklausuren vorzubereiten. In den letzten Semesterwochen sieht man die Studenten durch die Hallen flitzen, denn Reporte müssen fertig gestellt und Präsentationen gehalten werden. Heute hat mein Team im Fach Marketing Management über die Möglichkeiten einer erfolgreichen Verkaufsstrategie von Birkenstocksandalen referiert. Für dieses Projekt haben wir eine Umfrage an die Studenten verschickt und das einzige Birkenstockgeschäft in Singapur besucht. Da es eine Marketing Präsentation war, haben wir die Präsentation neben den Modellen (4P's, Ansoff usw.) mit Musik und kleinen Filmen gespickt. Das Publikum war sehr überrascht!

Heute Abend habe ich den Kurs International Marketing, einen Spezialisierungskurs. Neben den wöchentlichen Vorlesungen, spielen wir die Computersimulation "Country Manager". Mein Team besteht aus Aneesh (Indien) und Joel (Philippinen) und mir. Wir treffen uns jeden Sonntag für mindestens zwei Stunden um uns Strategien zu überlegen wie wir in Südamerika Zahnpasta verkaufen können. Aus sechs möglichen Märkten haben wir nach langen Analysen vier ausgewählt und nacheinander unsere Produkte eingeführt. Aus 24 verschieden Zahnpastasorten haben wir maximal 8 Sorten ausgewählt. Ein Marketing- und Promotionbudget musste festgelegt werden, genau wie Preise. Und die Konkurrenz schläft nicht. Zwar spielen wir nicht direkt gegen die anderen Teams, doch auf den Fluren kursieren Gerüchte wie viel Einheiten und Profit die anderen Teams machen. Die Simulation geht über 8 Perioden (Jahre) in denen die Computer-Konkurrenz die Preise erhöht oder senkt, Inflation ein Thema ist und man immer ein Auge auf den Gewinn/Verlust richten muss. Warum mir die Simulation Spaß macht? Weil man auf viele "Kleinigkeiten" achten muss, aber man auch sieht wie sich die Entscheidungen auf einen längeren Zeitraum auswirken. In den ersten 3 Jahren hatten wir nur 6% Marktanteil in Chile, während wir in Mexiko sofort 20% hatten. Woran lag es? Wir hatten keine Großhändler in Chile engagiert um unsere Produkte zu verkaufen, sondern hatten nur Einzelhändler ausgewählt. Als wir 3 Großhändler engagierten, stieg unser Marktanteil sofort auf 14% und wir sind momentan Marktführer. Nächste Woche wird jedes Team seine Strategie vorstellen, worauf ich schon sehr gespannt bin.

Bis zum nächsten Mal
Nadine

Sonntag, 12. Januar 2003

Hallo liebe Tagebuchleser,

ab heute könnt Ihr wöchentlich über meine Erfahrungen im fernen Asien lesen. Seit Juli lebe ich in Singapore und habe schon sehr viel erlebt. Nach und nach werde ich Euch davon berichten, vom Studium, den Studenten, Singapore, dem Tages ? und Nachtleben und den vielen Ausflugsmöglichkeiten, die es gibt.

Nach fünf Wochen Winterferien, bin ich nun wieder nach Singapore und zum 2. Teil des 2. Trimesters zurückgekehrt. Es liegen noch fünf Wochen Uni sowie zahlreiche Präsentationen und vier Finals (Abschlussprüfungen) vor mir. Dann werde ich ab März mein Austauschsemester an der University of Queensland in Brisbane, Australien beginnen. Die NTU bietet mehrere Austauschmöglichkeiten an. Begehrt sind die Plätze in den USA und Kanada, aber auch europäische, asiatische und je ein Platz in Chile und Südafrika stehen zur Verfügung. Die Austauschsemester sind freiwillig, aber da ich International Business studiere finde ich, dass ein Austausch hervorragend in mein Curriculum passt.

Wir haben Anfang Januar einen neuen Block bezogen. Die Seminarräume sind moderner, die PC auf dem neuesten Stand mit schnellen Internetverbindungen und wir haben neue Diskussionsräume wo wir ungestört an unseren Projekten arbeiten können. In der ersten Woche hatten Studenten und Professoren noch etwas Probleme, die neuen Räume zu finden, aber auch das wird sich schnell geben.

Nach fünf Wochen Ferien war es schön alle wiederzusehen. Da die meisten Studenten nicht aus Singapore kommen, waren viele zu Hause oder auf Reisen. Ich war für vier Wochen im kalten Deutschland und über Silvester im sonnigen Krabi, Thailand.

Viele Studenten haben an der Business Study Mission (BSM) nach Shanghai teilgenommen. Nach längeren Vorbereitungen in Singapore hat jedes Team eine Woche lang Interviews mit chinesischen Unternehmen geführt. Ihre Ergebnisse werden sie in einer Diplomarbeit zusammenfassen. Man hat die Möglichkeit eine Diplomarbeit zu schreiben oder an einer BSM teilzunehmen. BSMs finden meist zweimal im Jahr statt. Die nächsten Gruppen werden im Juli nach Irland fliegen. Ich habe mich entschieden eine Diplomarbeit zu schreiben. Momentan suche ich nach einem geeigneten Thema und werde versuchen während meines Austauschsemesters damit zu beginnen.

Heute regnet es, so dass ich an unserer Gruppenpräsentation für Mittwoch im Fach Organizational Behavior arbeiten kann. In den nächsten Tagen werde ich Euch über die Kurse berichten, die ich belegt habe bzw. im jetzigen Semester belege.

Es ist jetzt 18 Uhr bei mir, gerade mal 11 Uhr morgens in Deutschland und ich werde jetzt zur Kantine gehen und mir etwas zum Abend holen.

Bis demnächst
Nadine



Die Ausgangsfragen

Wo standen Sie (beruflich/karrieremäßig), als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?

Während meines letzten Projektes bei SAP, arbeitete ich im Projektteam bei der Einführung einer SAP CRM Lösung in einem weltweit agierenden Chemiekonzern. Das Hauptaugenmerk lag auf der Anpassung einer Lösung für den mobilen Außendienst vorerst in Italien und Spanien. Weitere Länder Europas würden rollierend folgen. Ich arbeitete eng mit dem Kunden und der SAP Entwicklung zusammen um die Prozesse so exakt wie möglich abzubilden. Nebenbei hielt ich Schulungen für Pharmakunden und SAP Kollegen u.a. in den USA.

Bitte skizzieren Sie kurz Ihren Werdegang (Studium, berufliche Stationen, ihre letzte berufliche Aufgabe, kurz, alles, was notwendig ist, um ein wenig zu verstehen, wer Sie sind)

Nachdem ich in der 10. Klasse ein Austauschjahr in Kalifornien verbracht hatte, wusste ich, dass ich auch einmal beruflich ins Ausland gehen wollte. Im Sommer nach dem Abitur arbeitete ich drei Monate im Disneyland Paris. Nach dem Abitur studierte ich Internationale BWL an der intermas (Privates College für Unternehmensführung) in Malente (Schleswig Holstein). Das fünfte Semester verbrachte ich an der California State University San Bernardino, USA. Dort erhielt ich zu meinem Diplom der intermas auch den Bachelor of Science. Während meines Studiums absolvierte ich zwei Praktika. Mein erstes Praktikum führte mich in die Public Relations Abteilung von Hoechst AgrEvo in Frankfurt. Das zweite Praktikum absolvierte ich bei der Tageszeitung "El Mercurio" in Valpariso, Chile. Nach meinem Studium, begann ich als Application Consultant bei SAP CRM Consulting in Mannheim im Bereich Pharma/Chemie.

Warum ein MBA?

Mein Arbeitsumfeld bei SAP war eher technisch ausgerichtet und ich fühlte mich für Managementaufgaben nicht genug vorbereitet. Vom MBA erwarte ich theoretisches Wissen, aber viel mehr noch praktische Erfahrungen, die sich aus Gruppendiskussionen und -arbeiten ergeben. An der NTU habe ich ein internationales Umfeld gefunden, von dem ich überzeugt bin, daß es so in Deutschland und auch an amerikanischen Universitäten nicht existiert. Ich hoffe, ein weltweites Netzwerk aufzubauen und von den Erfahrungen meiner Mitstudenten zu profitieren.

Warum diese Schule?

vIch hatte bereits in Europa studiert und eineinhalb Jahre in den USA verbracht. In Asien hingegen war ich noch nie gewesen. Ich besorgte mir Broschüren über weltweite MBA-Anbieter und richtete mein Interesse auf drei Universitäten. Mit der Nanyang Technology University (NTU), Singapore, kam ich schnell in Kontakt. Auf der MBA-Tour in Frankfurt/Main lernte ich im Oktober 2001 Professor Ashish Lall kennen, mit dem ich ein interessantes Gespräch führte. Er gab mir außerdem Telefonnummern von Ehemaligen, mit denen ich mich in Verbindung setzte. Für die Schule entschied ich mich, da sie ein straffes Curriculum (16 Monate) und mehrere Spezialisierungen anbot. Ich entschied mich für International Business und werde das dritte Trimester im Austauch an der University of Queensland, Australien verbringen.. Außerdem hoffte ich Studenten aus allen Teilen der Welt zu begegnen, was sich durchaus bestätigte. Mein erstes Teamprojekt z.B. bestand aus Studenten aus sechs Nationen (China, Indien, Japan, Singapore, USA und Deutschland).

Ein MBA ist teuer. Wieviel kostet Ihr MBA-Programm? Mit wieviel Kosten rechnen Sie insgesamt (inkl. Wohnen und Lebenshaltung etc.)? Wie finanzieren Sie Ihren MBA?

Der Fulltime-MBA an der NTU kostet derzeit 20,000 SGD. Für den Lebensunterhalt rechne ich mit einer ähnlichen Höhe. Mein Zimmer in der neu gebauten Graduate Hall kostet 350 SGD im Monat. Es bestehen leider keine Kochmöglichkeiten, darum esse ich in einer der 14 Kantinen (ca 2-3 SGD pro Mahlzeit). Ein Stipendium erhielt ich leider nicht, obwohl die NTU einige wenige für ausländische Studenten anbietet.

Sie sind nun schon ein paar Wochen an Ihrer Schule. Welches waren Ihre ersten Eindrücke? Was hat Sie überrascht? Was gefällt Ihnen besonders? Was gefällt Ihnen weniger?

Wer zum ersten mal nach Singapur kommt, ist sicher vom Wetter überrascht. Mehr als 30 Grad rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, mit hoher Luftfeuchte. Ich bezog ein Zimmer mit Bad in der Graduate Hall auf dem Campus. Der Campus ist leider etwas am Rande Singapurs, dafür mit 14 Kantinen, Supermarkt, Friseur, Pool, Sportplatz, PC-Räumen und kostenlosem Wireless LAN ausgestattet. Im Januar werden wir neue Seminarräume beziehen. Angenehm überrascht hat mich, daß Professor Lall, den ich im Oktober 2001 kennengelernt hatte, mich am "Eröffnungstag" lächelnd mit meinem Namen begrüßte. Überhaupt ist das Verhältnis zu den internationalen Professoren sehr freundschaftlich. Außerdem besteht die durchschnittliche Klassenstärke aus 20-30 Studenten und jeweils zwei Professoren unterrichten ein Fach gemeinsam. Vom MBA-Programm und der Uni bin ich sehr begeistert. Was mir etwas schwer fällt ist die Gewöhnung an das asiatische Essen. Ohne Kochgelegenheit und Kühlschrank ist es bei 30 Grad schwer, Lebensmittel im Zimmer aufzubewahren. Natürlich könnte ich mir auch ein anderes Zimmer nehmen, allerdings würde dann der Lebensunterhalt steigen. Deshalb arrangiere ich mich mit den Bedingungen und verwende das restliche Geld für Ausflüge u.a. nach Malaysia und Thailand.
Dieser Artikel ist erschienen am 13.01.2003