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Nachwuchsmangel bei Physikern

Physiker sind wesentlich seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als andere Akademiker. Von den 75.000 Physikern in Deutschland sind aktuell gerade mal 3,5 Prozent ohne Job, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner Januar-Ausgabe. Zum Vergleich: Der Anteil von Erwerbslosen unter den Akademikern liegt bei 5,7, die allgemeine Arbeitslosenquote bei 10,7 Prozent.
Physiker sind wesentlich seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als andere Akademiker. Von den 75.000 Physikern in Deutschland sind aktuell gerade mal 3,5 Prozent ohne Job, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner Januar-Ausgabe. Zum Vergleich: Der Anteil von Erwerbslosen unter den Akademikern liegt bei 5,7, die allgemeine Arbeitslosenquote bei 10,7 Prozent.

Hauptgrund für die guten Jobchancen: Die Zahl der Absolventen sinkt. 2003 haben nur noch 1.775 Physiker ihr Studium abgeschlossen, rund 60 Prozent weniger als noch vor acht Jahren. Zudem sind die naturwissenschaftlichen Alleskönner bei den großen Wirtschaftskonzernen zunehmend gefragt: Vor 15 Jahren sind noch zwei Drittel der Absolventen in die öffentliche Forschung gegangen und nur ein Drittel in die Industrie; heute ist es umgekehrt.

Die besten Jobs von allen


Physikerinnen haben es allerdings schwer: Obwohl sie fast ebenso häufig promoviert oder habilitiert haben wie ihre männlichen Kollegen, verdienen sie deutlich schlechter und sind seltener in Führungsetagen vertreten. Während 30 Prozent der Männer zwischen 36 und 45 Jahren ein Einkommen über 5.000 Euro brutto im Monat haben, sind es bei den gleichaltrigen Frauen nur neun Prozent. In der gleichen Altersklasse haben es knapp 54 Prozent der männlichen Physiker in eine Führungsposition geschafft, bei den Frauen sind es nur 24 Prozent.

Sogar im Privatleben müssen Frauen mehr Abstriche machen. Gut zwei Drittel aller Physikerinnen haben keine Kinder, 37 Prozent leben ohne Partner. Bei den Männern ist nur die Hälfte kinderlos, 29 Prozent sind Single. Trotz aller Karrierehemmnisse ist der Frauenanteil an Physik-Studenten in den vergangenen zehn Jahren von 14 auf 23 Prozent gestiegen.

Der beliebteste Arbeitgeber der Physiker in Deutschland ist unangefochten der Siemens-Konzern. 63,4 Prozent der Befragten einer Umfrage der Unternehmensberatung Trendence sagten, sie würden gerne dort arbeiten. Es folgen EADS (45,2 %), DaimlerChrysler (40,9 %), IBM (37,6 %), Infineon (36,6 %) und BMW (32,3 %).

Mehr Informationen über den aktuellen Jobmarkt für Physiker stehen in der Januar-Ausgabe von Junge Karriere (Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2003).
Dieser Artikel ist erschienen am 15.12.2003