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Mythos Normalarbeitszeit

Eine Woche mit 40 Arbeitsstunden ist für die meisten Europäer Utopie. Nur ein Drittel aller Arbeitnehmer geben an, dass sie im Durchschnitt 35-40 Stunden pro Woche arbeiten.

Das ergab eine Internet-Umfrage des Karriere-Netzwerks Monster. An der Befragung, die in dreizehn europäischen Ländern durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 20.568 Arbeitnehmer. Nach dieser Umfrage liegt für rund 40 Prozent der Arbeitnehmer in Europa die tatsächliche Wochen-Arbeitszeit bei durchschnittlich 40 bis 50 Stunden. Der Anteil jener Beschäftigten, die auf eine - vermeintlich normale - 35- bis 40-Stunden-Woche kommen, fällt dagegen deutlich geringer aus: In Deutschland liegt der Prozentsatz bei 29,2 Prozent, der europäische Durchschnitt ist mit 32,9 Prozent etwas höher.

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Ein Vergleich der deutschen mit den europäischen Zahlen bestätigt das Vorurteil vom fleißigen Deutschen: Während im europäischen Durchschnitt "nur" 56,4 Prozent der Arbeitnehmer wöchentlich mehr als 40 Stunden arbeiten, sind es in Deutschland mit 61,2 Prozent gut fünf Prozentpunkte mehr.

Andere europäische Vorurteile bestätigen sich dagegen nicht. Gerade Spanier und Italiener, die man mit "Siesta" und "Dolce Vita"-Klischees verbindet, nehmen die Spitzenpositionen bei den Arbeitern ein, die mehr als 50 Stunden in der Woche arbeiten. Sie liegen mit 24,7 bzw. 23,2 Prozent deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

In den Niederlanden und Finnland ist der Anteil derer, die weniger als 25 Stunden in der Woche arbeiten, mit 14,6 bzw. 13.3 Prozent am größten.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.04.2003