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Museen sind profitabel

Von Patrick Mönnighoff, Handelsblatt
Wirtschaft und Kultur gehören oftmals zusammen. An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf untersuchen Professoren und Studenten beispielsweise wie gutes Stadtmarketing funktioniert.
HB DÜSSELDORF. Gemeinsam mit seinen Studenten untersucht der Professor beispielsweise, warum junge Menschen so selten ins Theater gehen oder überlegt, wie gutes Stadtmarketing funktioniert. ?Derartige Fragestellungen wurden bislang wissenschaftlich kaum erforscht?, erklärt Günter.Auch das jüngste Projekt über Museumsshops ist bundesweit bisher einmalig. Ziel ist es zu belegen, dass ein Museumsshop nicht nur als Visitenkarte dient, sondern auch eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen kann.

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Zusammen mit dem Berliner Institut für Museumskunde haben Projektleiterin Sophie Schulenburg und der Professor daher an 1 146 deutschen Museen sowohl die Museumsdirektionen als auch die Shopleitungen befragt und festgestellt: Bereits mehr als 85 Prozent der befragten Kunstsammlungen verfügen über eine Verkaufsstelle.?Viele Shops könnten aber durchaus noch ausgebaut werden?, sagt Günter. So würden oftmals keine EC- und Kreditkarten akzeptiert. Auch könnten die angebotenen Artikel meist nicht im Internet bestellt werden und seien nicht auf die aktuelle Ausstellung abgestimmt.Die Untersuchung zeige jedoch auch, dass es möglich ist, einen profitablen Shop zu führen und gleichzeitig Kritikern, die den ?Ausverkauf der Kunst? befürchten, zu begegnen. ?Ein guter Kompromiss ist durchaus zu finden?, sagt Günter. Er rät beispielsweise, die Shops intensiver in die Museumsarbeit zu integrieren und verstärkt auf außergewöhnliche und anspruchsvolle Produkte zu setzen.Denn auch wenn der Professor die Kultur ernst nimmt, steht die Wirtschaft an seinem Lehrstuhl im Vordergrund. Neben den Fragen rund um die Kultur erforscht Günter beispielsweise die Beziehungen von Unternehmen und ihren Kunden sowie Marketing und Vertrieb in technisch orientierten Branchen. Unterstützt wird Günter dabei von zahlreichen Unternehmen, die regelmäßig Gastdozenten an die Hochschule schicken.An der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf sind rund 15 000 Studenten eingeschrieben, von denen 1 100 Betriebswirtschaftslehre studieren. Allein im aktuellen Wintersemester haben 207 Erstsemester ihr Studium begonnen. Seit dem Wintersemester 1998/99 bietet die Hochschule zudem den Studiengang ?Wirtschaftschemie? an. Jedes Jahr werden für dieses kombinierte Fach 50 Bewerber zugelassen. Das Studium umfasst neben wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen, die rund 50 Prozent des gesamten Stoffs ausmachen, zahlreiche Vorlesungen, Übungen und Praktika am Institut für Chemie.
Dieser Artikel ist erschienen am 07.12.2004