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Müntefering will "Generation Praktikum" unterstützen

07/06
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will den Missbrauch von Praktikanten in Unternehmen stoppen und beruft sich auf Fair Company. Mit der Initiative wirbt karriere für den fairen Umgang mit Absolventen und Praktikanten. Müntefering erklärte in der Haushaltsdebatte, es sei nicht in Ordnung wenn Unternehmen junge Menschen als Ersatz von Vollzeitkräften einsetzen.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will den Missbrauch von Praktikanten in Unternehmen stoppen

Müntefering erklärte im Bundestag, es sei nicht in Ordnung, wenn in Unternehmen junge Menschen als Hospitanten oder Praktikanten mit der Arbeit von Vollzeitkräften betraut, dafür aber nur wenig oder gar nicht bezahlt würden. Diesen Betrieben müsse die Gesetzeslage erklärt werden, forderte Müntefering.

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Er lasse derzeit prüfen, ob die Zahl der Praktika deutlich zugenommen habe und ob diese reguläre Stellen verdrängten. Notfalls wolle er auch das Berufsbildungsgesetz ändern. Die Änderung könnte zum Beispiel darin bestehen, im Gesetz eine genaue Definition des Begriffs "Praktikum" zu hinterlegen. Zudem könnte die maximale Dauer von Praktika festgelegt werden

Er verwies auch auf die karriere-Aktion ?Fair Company?, an der sich mehr als 750 Unternehmen beteiligen und sich damit zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Praktikanten verpflichten. Münterfering ist Schirmherr der ?Fair Company?-Kampagne.

Zugleich will der Vizekanzler angesichts der Ausbildungsmisere das Sonderprogramm für jährlich 25.000 Einstiegspraktika auf 40.000 für schwer vermittelbare Jugendliche ausweiten. Diese im Rahmen des Ausbildungspaktes mit der Wirtschaft geschaffenen so genannten Einstiegsqualifikationen hätten sich als erfolgreich erwiesen. In rund 60 Prozent der Fälle hätten sie in eine reguläre Ausbildung gemündet

Das Programm für betriebliche Einstiegspraktika wird mit Bundesmitteln gefördert. Die Jugendlichen erhalten monatlich einen Zuschuss von 192 Euro zum Lebensunterhalt. Zudem übernimmt der Bund einen Anteil an den Sozialbeiträgen in Höhe von 102 Euro

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Dieser Artikel ist erschienen am 05.07.2006