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Moskauer Medien-Mogul in Haft

Von Mathias Brüggmann, Handelsblatt
Warten auf den Richter ? für Wladimir Gussinskij, 50, der auf dem Flughafen Athen in Untersuchungshaft genommen wurde, ist das nichts Neues. Der flüchtige Ex-Medienmogul hatte erfolgreich gegen seine Auslieferung opponiert.
MOSKAU/ATHEN. Gussinskij, dessen Medienimperium in Opposition zu Russlands Präsident Wladimir Putin stand, wird vorgeworfen, etwa 151,5 Millionen Euro des Gasriesen Gazprom für seinen Fernsehsender NTW unterschlagen zu haben. Heute hat der frühere Besitzer der bankrotten Most-Bank und zahlreicher verkaufter TV-Sender sowie Printmedien noch Anteile an einer Zeitung in Israel, an einem TV-Sender für Exilrussen in den USA und an einer Zeitschrift in Moskau.Frei kam Gussinskij vor drei Jahren in Russland nur, weil er nach eigenen Angaben ein Papier unterschreiben musste, das das Aus seines Medienimperiums bedeutete. Die neugewonnene Freiheit nutzte er zur Flucht. Sein Glück: Spanien lieferte ihn auch nach langer Prüfung nicht aus. Denn die spanische Justiz hielt das Verfahren der russischen Generalstaatsanwaltschaft, in Putins Kampf gegen die ihre Medienmacht nutzenden Großunternehmer (Oligarchen) einzugreifen, für politisch motiviert.

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Dieser Artikel ist erschienen am 26.08.2003