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Morgens Uni, abends Altbier

Annika Probst
Fotos: Ulrich Otte, Düsseldorf. Marketing & Tourismus GmbH
Bei Düsseldorf denkt man zunächst an Schickimicki à la Königsallee. Oder vielleicht an die Toten Hosen, Altbier oder die Fortuna. Weniger bekannt ist die Heinrich-Heine-Universität, obwohl hier fast 26.000 Studenten ein und aus gehen.
Bei Düsseldorf denkt man zunächst an Schickimicki à la Königsallee. Oder vielleicht an die Toten Hosen, Altbier oder die Fortuna. Weniger bekannt ist die Heinrich-Heine-Universität (HHU), obwohl hier fast 26.000 Studenten ein- und ausgehen.

Wer sich für ein Studium an der HHU entschließt, für den enden die ersten Schritte auf dem Campus oft in leichter Verwirrung: Fast alle Unigebäude haben die Adresse Universitätsstrasse 1. Neuankömmlinge sollten sich davon nicht abschrecken lassen, wichtiger für die Orientierung sind die Gebäudenummern. Außerdem bekommen Erstsemester mit den Einschreibeunterlagen einen Lageplan zugeschickt, der in den ersten Uni-Wochen zum treuen Gefährten wird. Wohnung finden

Die besten Jobs von allen


Studenten auf Wohnungssuche haben zwei Möglichkeiten: Wohnheim oder freier Markt. Zum einen können sie beim Asta (im Gebäude neben der Mensa) ein Zimmer in einem Studentenwohnheim beantragen. Die elf Wohnheime liege alle entweder auf dem Campus oder ein paar Minuten entfernt. Auch was die Qualität der Innenausstattung angeht, unterscheiden sie sich kaum. Entgegen den Klischees sind die Zimmer sauber, hell und geräumig. Allerdings hat bis jetzt nur ein Teil davon eine Internetstandleitung.

Wer eine attraktive Wohnungslage bevorzugt, muss ein wenig tiefer in die Tasche greifen und sich auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen. Eine Vielzahl von Angeboten findet man zum Beispiel in der größten Tageszeitung Düsseldorfs, der Rheinischen Post. Aber gerade zu Semesterbeginn lohnt sich auch ein Blick auf die Schwarzen Bretter der Uni. Die Zimmer und Wohnungen, die hier angeboten werden, sind meist studentenerprobt: relativ preiswert und in Uni-Nähe. Beliebte Viertel in der Nähe der Uni sind vor allem Bilk, Unterbilk und Wersten. Preisgünstig sind aber auch Hamm, Oberbilk und Flingern.

Genau zwischen Universität und Altstadt gelegen, ist Bilk das populärste Wohnviertel für Studenten. Auf der Friedrichstrasse und der Oberbilker Allee hat man eine Auswahl von mehr als 20 Supermärkten direkt vor der Haustür, und ein paar kleinere Boutiquen laden ein zu spontanen Klamotteneinkäufen. Eine gute Auswahl von Kneipen rundet das Angebot ab: Das Tigges (Bilk S-Bahnhof) mit seinem Biergarten ersetzt manchen den fehlenden Balkon. Falls man am Sonntag morgen im Kühlschrank nur gähnende Leere findet, gibt's nur eins: ab ins Schusters (Friedrichstrasse/ Ecke Oberbilker Allee) und frühstücken. Allerdings: Typische Studentenkneipe sucht man in Düsseldorf vergebens. Die HHU ist eine Pendler-Uni und 30 Prozent aller Studenten kommen nur tagsüber zum Studium in die Landeshauptstadt. Altbiertrinken ist Ehrensache

Doch dem Düsseldorfer Nachtleben merkt man den Mangel an Studenten nicht an! Spätestens seit den Toten Hosen kennt jeder hier das Zitat aus dem Altbierlied: "Wir haben in Düsseldorf die längste Theke der Welt". Auf nur einem Quadratkilometer, zwischen Bolkerstraße, Rheinuferpromenade und Ratingerstrasse, drängeln sich gut 260 Cafes, Kneipen, Brauhäuser und Discotheken - die längste Theke der Welt eben. Hier sitzt man nicht nur bei schönem Wetter draußen, denn der Rheinländer trinkt sein Alt lieber vor als in der Kneipe. So wird zum Beispiel die Ratingerstraße ganz unbürokratisch zur Fußgängerstrasse umfunktioniert, und Autos können allenfalls im Schritttempo passieren.

Das Altbiertrinken ist in Düsseldorf Ehrensache - ein Kölsch zu bestellen wäre reinste Provokation. Selbst zugewanderte Menschen gewöhnen sich schnell an das etwas herbe Getränk.

In den Brauhäusern der längsten Theke trifft man sich in rheinländischer Tradition auf ein ruhiges Alt, mehr Action erwartet einen in den Clubs. Diese finanzieren sich von den verkauften Getränken, und daher wird in der Regel kein Eintritt verlangt. Problemlos kann man so an nur einem Abend in zehn verschiedenen Discos abhotten. Von "Ballermann 6" bis "Mai Thai"

Sehr beliebt ist das in der Mertensgasse gelegene "Poco Loco". Hier gibt man sich den Rhythmen von Latino Klängen hin, aber auch Charts und 70/80er Jahre Hits werden aufgelegt. Das "Oberbayern" und der "Ballermann 6", gleich um die Ecke auf der Bolkerstraße, importieren ihre Scheiben direkt von der Sangria-Insel Mallorca. Aber Vorsicht: Eintreten unter einem Promillewert von 2.0 kann bleibende Schäden am Kleinhirn verursachen. Aber natürlich kommen an der längsten Theke der Welt auch die Cocktail-Liebhaber nicht zu kurz: Die besten Cocktails in ganz Düsseldorf bekommt man im "Mai Thai" und in der "Siam Bar". Letztere hat eine Auswahl von ca. 100 verschiedenen Cocktails, und ein Schälchen Erdnüsse gibt's gratis dabei.

Aber auch die Studis können fette Partys organisieren. Nahezu legendär sind die Partys der BWL'er: neben heißen Beats sind GoGo Boys & Girls und Döner Bude inklusive. Häufig steigen solche Party parallel in verschiedenen Gebäuden. Problemlos kann so Musikstil und Crowd gewechselt werden. Erfahrungsgemäß wird bei Parties im SP-Saal (Keller des ASTA) viel Rock und 70/80er Jahr Musik gespielt. In der größeren Halle der Philosophischen Fakultät dröhnt dagegen mehr Charts und Pop aus den Boxen. Bei den Fachschaftsparties trifft man logischerweise auf viele Studierenden just dieses Faches, aber generell ist das Publikum gut durchwachsen.

Nach dem wilden Treiben der Parties findet auch der Feingeist eine Beschäftigung: Karten für Oper oder Theater gibt es mit dem Studentenausweis bis zu 75 Prozent billiger. Das aktuelle Programm ist online abfragbar und wer möchte, kann dann auch gleich per E-Mail die Karten reservieren. No money - no fun

Doch darf eines nicht vergessen werden: No Money - No Fun. Bei der Finanzierung des Studiums sind die netten Damen des BaföG Amtes eine große Hilfe. Aber auch das Hochschulteam des Arbeitsamtes hat meist den einen oder anderen kurzfristigen Job auf der Messe in petto. Die Uni zahlt ihren studentischen Hilfskräften nur ca. 7,50 Euro pro Stunde. Das ist im Vergleich mit den Jobs in der freien Marktwirtschaft, wo Stundenlöhnen bis zu 15 Euro möglich sind, eher wenig. Dafür werden studentische Hilfskräfte in der Uni oft händeringend gesucht und man kommt recht flott und unkompliziert an seine neue Beschäftigung.

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Links und Telefonnummern:

www.uni-duesseldorf.de - Uni Düsseldorf
www.fh-duesseldorf.de - FH Düsseldorf
www.verwaltung.uni-duesseldorf.de - Studienberatung
www.jobber.de - Jobangebote mit großer Trefferquote im Raum Düsseldorf
www.duesseldorf-guide.de - Tipps, Links und Wegbeschreibungen zu aktuellen Veranstaltungen
www.deutsche-oper-am-rhein.de - Oper, Telefon 0211/8908-211
www.duesseldorfer-schauspielhaus.de - Theater, Kartentelefon 0211/369911
www.duesseldorf.de - Informationen über städtische Ämter, Veranstaltungen, Einrichtungen
www.phil-fak.uni-duesseldorf.de - Lageplan der Uni
www.prinz.de/duesseldorf/citylife/ - Stadtmagazin
Altbierlied der Toten Hosen
Überblick über die Altstadt-Kneipen
www.hhu.wohnungsmarkt24.net - Wohnungsmarkt von Studenten der Uni Düsseldorf (AStA)
Dieser Artikel ist erschienen am 14.09.2001