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Mobilfunkbetreiber bauen bankenunabhängiges Bezahlsystem auf

Die europäischen Mobilfunkbetreiber Vodafone, T-Mobile, Telefonica und Orange nehmen mit einem bankenunabhängigen Bezahlsystem den Banken zunehmend Marktanteile im mobilen Zahlungsverkehr (M-Payment) ab. Damit sinkt der Anteil der Banken an einem ihrer Kerngeschäfte, dem Geldverkehr.
Die europäischen Mobilfunkbetreiber Vodafone, T-Mobile, Telefonica und Orange nehmen mit einem bankenunabhängigen Bezahlsystem den Banken zunehmend Marktanteile im mobilen Zahlungsverkehr (M-Payment) ab. Damit sinkt der Anteil der Banken an einem ihrer Kerngeschäfte, dem Geldverkehr. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Mummert.Händler sowie Einkäufer könnten über die einheitliche Mobile-Payment-Plattform effizienter zusammenarbeiten als mit der Einzelabwicklung von Zahlungsgeschäften über die Banken, heißt es in der Studie. Dementsprechend rechneten lediglich acht Prozent der deutschen Banken damit, bei der Abwicklung von mobilen Zahlungsgeschäften Gewinne zu erzielen. Zudem investiere nur jede zweite Bank überhaupt in mobiles Banking. "Allerdings werden sich die Banken das Geschäft nicht entgehen lassen, sobald das Handy auch für Macro-Payment, also für den Transfer höherer Geldbeträge, genutzt wird. Momentan spielt sich mobiles Bezahlen allerdings nur im Micro-Payment-Bereich ab", so Roland Heintze, Pressesprecher bei Mummert.

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Ganz anders liegt der Fall bei den Mobilfunkbetreibern: Sie haben ein großes Interesse daran, dass Kunden mit ihrem Handy bezahlen. Denn für das mobile Bezahlen müssen Daten übertragen werden - dabei spielt die Höhe des Betrages zunächst keine Rolle. Der Datentransfer allein steigert bei 220 Millionen potenziellen Kunden den Umsatz. Die Höhe des Betrags wird für die Mobilfunkbetreiber erst dann interessant, wenn diese sich am Umsatz der mobil verkauften Waren beteiligen.Die Pleite des M-Commerce-Unternehmens paybox zeigt jedoch, dass der Weg zum Erfolg recht steinig sein kann. Gründe für den Misserfolg des Unternehmens waren mangelnde Standardisierung der mobilen Zahlungsweisen sowie Misstrauen der Kunden gegenüber dem virtuellen Bezahlen.Mit der Etablierung des standardisierten Bezahlsystems der vier Mobilfunkbetreiber könnte im Privatkundengeschäft jedoch der Durchbruch für mobiles Bezahlen kommen. Der Studie zu Folge seien die Wachstumschancen gerade im M-Payment noch immer sehr groß. "Momentan werden vorrangig digitale Güter oder reale Waren im Internet gekauft", so Heintze. Der Markt der Zukunft könnte jedoch das mobile Bezahlen an der Tanksäule, im Restaurant oder an der Supermarktkasse Alltag werden lassen.Die Studie "Branchenkompass 2003 Kreditinstitute" kann über die Website www.mummert-consulting.de zu einem Preis von 75,- Euro (zzgl. Mwst.) bezogen werden.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.06.2003