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Mobilcom-Aufsichtsratschef Ripken abberufen

Das angeschlagene Mobilfunkunternehmen Mobilcom hat überraschend seinen Aufsichtsratsvorsitzenden eingebüßt. Der bisherige Amtsinhaber Klaus Ripken gehöre dem Gremium nicht mehr an, so das Amtsgericht Schleswig.
HB/dpa SCHLESWIG/BÜDELSDORF. Weil das Mandat vakant sei, habe er Ulf Gänger aus dem Vorstand der Hamburgischen Landesbank zum Aufsichtsrat berufen, erklärte der zuständige Richter Christian Blöcker in Schleswig der Deutschen Presseagentur. Am Abend legte Mobilcom-Vorstand Ulrich Kalthoff sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Nach Unternehmensangaben lebt damit sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied wieder auf, er könne sofort seine Funktion als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender wieder wahrnehmen.Ripken war Anfang Dezember aus dem Gremium zurückgetreten, hatte diesen Schritt aber später rückgängig gemacht. Das ist nach Ansicht des Registergerichts nicht möglich. Bei dem Aufsichtsratsmitglied Carsten Meyer, das ebenfalls vorübergehend zurückgetreten war, liegt der Fall etwas anders. Er gehört dem Aufsichtsrat bis Ende Januar an. Bei der außerordentlichen Mobilcom-Hauptversammlung am 27. Januar sind jedoch ohnehin Ergänzungswahlen zum Aufsichtsrat vorgesehen.

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Ripken sollte in seiner Funktion als Vorsitzender von Aufsichtsrat Dieter Vogel ersetzt werden, der als Architekt des Rettungs- und Sanierungsplans für Mobilcom gilt. Vogel verfehlte jedoch zwei Mal die erforderliche Mehrheit in dem Gremium, so dass Ripken in seine Funktion zurückkehrte. Nun werde er jedoch die Entscheidung des Amtsgerichts akzeptieren und auf Rechtsmittel verzichten, teilte Ripken mit.Das Unternehmen ließ es am Dienstag offen, ob der Aufsichtsrat noch vor der Hauptversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen wird. Sowohl die Bundesregierung als auch Mobilcom-Großaktionär France Télécom hatten darauf gedrängt, dass Vogel die Aufgabe übernimmt. Sie können jedoch die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht auf ein bestimmtes Wahlverhalten verpflichten. Ripken galt als Vertrauter des ehemaligen Mobilcom-Chefs Gerhard Schmid.Der Unternehmensgründer und seine Ehefrau wiesen am Dienstag ihre Depotbanken an, ihren Mobilcom-Anteil von rund 42 Prozent an den Hamburger Wirtschaftsprüfer Otto Gellert als Treuhänder zu übertragen. Damit schuf Schmid in der strittigen Treuhänder-Frage Fakten. Der vorherige Treuhänder Helmut Thoma, der sich der Kündigung des Vertrags durch Schmid widersetzen will, kann offensichtlich auf die Aktien nicht zugreifen.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.01.2003