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Mobbing-Opfer haben keinen Anspruch auf Entschädigung


Mobbing-Opfer sind nach Ansicht des Bundessozialgerichtes keine klassischen Opfer und haben keinen Anspruch auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz. Die Begründung: Mobbing könne in der Regel nicht als tätlicher Angriff im Sinne des Gesetzes verstanden werden. Nur wenn eine "Kette wirklich tätlicher und mit Strafe bedrohter Angriffe zu gesundheitlichen Schäden" geführt habe, hätten Mobbing-Opfer Anspruch auf Entschädigung. Damit wiesen die Kasseler Richter die Klage eines ehemaligen Abteilungskommandanten einer Freiwilligen Feuerwehr bei Freiburg ab. Der hatte angegeben, seine Leistungen seien jahrelang von älteren Kollegen öffentlich kritisiert worden. Außerdem habe er anonyme Anrufe bekommen, in denen ihm Gewalt angedroht worden sei. Bei diesen verbalen Attacken habe es sich aber eben nicht um tätliche Angriffe gehandelt, urteilten die Richter.

Quelle: Bundessozialgericht (BSG), Kassel
AZ.: B 9 V 12/00 R
Dieser Artikel ist erschienen am 19.02.2001