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Mekka der Radler und Studenten

Sebastian Dettmers/ Foto: Stadt Münster
Entweder es regnet oder die Kirchenglocken läuten. Doch weder Regen noch Glockengeläut können dem ausgezeichneten Ruf Münsters als Studentenstadt etwas anhaben.
"Entweder es regnet, oder die Kirchenglocken läuten. Und wenn beides der Fall ist, dann ist es Sonntag," so heißt es über Münster. Doch weder Regen noch Glockengeläut können dem ausgezeichneten Ruf Münsters als Studentenstadt etwas anhaben. Mit über 40.000 Studierenden ist die Westfälische Wilhelms-Universität nicht nur eine der größten Deutschlands, sondern sie prägt auch in besonderem Maße das Bild der nur 270.000 Einwohner zählenden Stadt. So bekommt man bei einem kleinen Stadtbummel leicht das Gefühl, die ganze Stadt wäre ein riesiger Campus. Zudem sorgen unzählige Bars, Cafes und Kneipen beinahe in jedem Stadtteil für studentisches Flair und den besonderen Charme.

Ein Fahrrad ist in Münster unabdingbar - 1,4 Fahrräder kommen hier auf einen Einwohner. Es ist das perfekte Fortbewegungsmittel: Selten braucht man länger als 15 Minuten, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Das ist fast immer schneller als mit dem Auto. Acht geben sollte man allerdings, dass einem das Fahrrad nicht abgeschleppt wird - in Münster ist so was an der Tagesordnung. Die Universität
Die Liste der in Münster angebotenen Studiengänge scheint endlos. Beinahe jedes erdenkliche Fach kann hier studiert werden. Am beliebtesten sind Jura, BWL und Medizin. Aber auch angehende Naturwissenschaftler, Theologen, Psychologen, Soziologen, Sprachwissenschaftler, Lehrer, Sportler, Architekten und viele andere kommen auf ihre Kosten. Aufgrund dieser Fülle an Fakultäten findet man in Münster keinen geschlossenen Campus. Vielmehr verteilen sich die Universitätsgebäude über die gesamte Stadt. Zentrale Stelle und Sitz der Verwaltung ist das Schloss, Wahrzeichen Münsters und malerisch im Westen der Stadt gelegen. Hier ist auch die Studienberatung ansässig, die einem gerne und ohne Voranmeldung mit Rat und Tat weiter hilft

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Die Gebäude der Naturwissenschaftler befinden sich im Nordwesten der Stadt: Das ist nicht gerade der schönste Teil von Münster. Betonklötze aus den 70ern und nur wenig Grün lassen die Gegend kühl wirken. Die hässliche Universitätsklinik und die großen Studentenwohnheime tragen nicht unbedingt zu einem angenehmeren Flair in dieser Region bei. Doch der gute Ruf der meisten Fakultäten und die Nähe zum Aasee machen einiges wett

Gemütlicher geht es um das Juridicum zu. Der Sitz der Fachschaften Jura und Wirtschaftswissenschaften (WiWi) liegt direkt an der Aa und neben der Universitätsbibliothek (UB). Wenn man auf einem kleinen Spaziergang vom Domplatz am Audimax das Juridicum ansteuert, kann man leicht der Illusion erliegen, auf einem englischen Campus zu wandeln. Besonders gemütlich ist es, wenn bei Sonnenschein etliche Studenten die kleine Wiese an der Aa bevölkern.

Jede Menge Freizeitangebote lassen das Studentenherz höher schlagen. Sowohl Studentengruppen als auch die Uni selbst bieten ein umfangreiches Programm. Studierenden aller Fakultäten steht das Sprachenzentrum offen, wo man nicht nur Englisch, Französisch und Spanisch, sondern auch außergewöhnliche Sprachen wie Kroatisch, Russisch oder Türkisch lernen kann. Darüber hinaus bietet der Hochschulsport ein breites Spektrum an unterschiedlichen Sportarten. Alle diese Angebote sind kostenlos. Unverständlicherweise gibt es immer noch eine Menge Studenten, die davon noch nichts mitbekommen haben. Ein weiterer Pluspunkt der Münsteraner Uni: Die Mensa ist eine der besten in ganz Deutschland. Die Wohnungssuche
In Münster gibt es kein Studentenviertel, Münster ist ein Studentenviertel. Trotzdem ist es wichtig, sich schon im Vorfeld klarzumachen, wo man gerne wohnen möchte. Außerdem sollte man rechtzeitig mit der Wohnungssuche beginnen, denn spätestens nach der Zuteilung durch die ZVS stürzen sich Tausende von Studenten auf den Wohnungsmarkt. Die absolute Topzeitung für Wohnungsangebote ist die "Na Dann", die immer Mittwochs erscheint und alsdann in Kneipen ausgelegt wird. Ende September ist sie jedoch innerhalb kürzester Zeit vergriffen, so dass man sich entweder früh auf die Suche begibt, oder aber das Internetangebot (www.nadann.de) durchforstet.

Das populärste, aber nicht günstigstes Wohnviertel ist das Kreuzviertel (in Anzeigen oft X-Viertel genannt). Es liegt im Norden, direkt an die Innenstadt angrenzend und bietet Tausende Wohnmöglichkeiten in hübschen, alten Reihenhäusern in ruhigen Straßen. Jedoch muss man hier etwas tiefer in die Tasche greifen: eine 30 qm Wohnung kostet 300-400 Euro warm. Dafür hat das X-Viertel einiges zu bieten: unzählige Kneipen, ausreichend Einkaufsmöglichkeiten und die Nähe zu fast allen Fakultäten machen es zu dem beliebtesten Studentenviertel Münsters. Etwas günstiger (ca. 250 bis 300 Euro warm pro 30 qm) lässt es sich im Süden wohnen. Vor allem junge Familien und Studenten sind hier zu Hause. Zentrum ist die Hammer Straße, wo kann man beinahe alles kaufen, was das Herz begehrt.

Wer es noch günstiger mag, der sollte sich für ein Zimmer oder Apartment in einem der Studentenwohnheime entscheiden. Besonders zu empfehlen sind die modernen Wohnheime in der Scharnhorststraße mit herrlichem Blick auf den Aasee. Da sich das gesamte Studentenleben in Münster selbst abspielt, sollte man versuchen, innerhalb der Stadt unterzukommen. Wer außerhalb wohnt, muss sich auf schlechte Busverbindungen, teure Parkplatzgebühren und lange Anfahrtszeiten gefasst machen. Das Studentenleben
Vor Beginn eines jeden Semesters findet in den meisten Fakultäten die Orientierungswoche, kurz O-Woche, statt. Diese Woche mag zwar anstrengend sein, aber man sollte sie auf keinen Fall verpassen. Sie ist eine optimale Gelegenheit, um erste Freundschaften zu schließen, die bei manchen sogar übers Examen hinaus halten

Auffällig am Nachtleben in Münster ist, dass die Studenten einzelner Fakultäten meist unter sich bleiben. So kann es einen Juristen nach ein paar Semester schon nerven, im Grand Café wieder nur Juristen und BWLer zu treffen. Dafür bekommt er wahrscheinlich kaum mit, dass die Mediziner gerade eine Riesenparty im Vivacafe feiern. Die Auswahlmöglichkeit an verschiedenen Diskos und Kneipen ist enorm. Besonders beliebt sind Le Club, Grand Café, das Enchilada und das Nachtcafé. Im Sommer gesellen sich das am Kanal gelegene Luf und der Biergarten Kruse Baimken hinzu, wo an schönen Tagen kaum ein Platz zu finden, dafür aber jede Menge bekannter Gesichter zu treffen sind. Geheimtipp ist die Lunabar, ein umgebauter Puff in der Hammer Straße, wo man sich in ehemaligen Separees die Zeit vertreiben kann.

Fragen zur Uni-Stadt Münster? Mail to: Sebastian Dettmers

Weitere Infos:
Uni Münster: www.uni-muenster.de
Seite von Wiwi Studenten mit super Infos fürs Grundstudium: www.wiwihasen.de
Sprachenzentrum: www.spz.uni-muenster.de
Bester Wohnungsmarkt, Stellenmarkt, etc.: www.nadann.de
Nightlife Guide: www.nightzap.de
Dieser Artikel ist erschienen am 01.09.2005