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Mein Chef spielt den Teamplayer, macht dann aber doch alles ganz anders

Ich entscheide, also bin ich Chef - so definieren sich, in freier Abwandlung von Descartes, viele Vorgesetzte.
Ich entscheide, also bin ich Chef - so definieren sich, in freier Abwandlung von Descartes, viele Vorgesetzte. Nicht jeder will aber den kleinen Diktator raushängen lassen und bezieht deshalb sein Team mit ein, wenn Entscheidungen zu treffen sind. Eigentlich vorbildlich, wenn der Boss hinterher nicht doch immer wieder alles anders machen würde

Erforschen Sie zuerst die Gründe. Möglicherweise haben sich die Voraussetzungen für die Entscheidungen geändert, wovon das Team nichts erfahren hat. Oder die Gründe für den Mehrheitsentscheid schienen Ihrem Chef bei reiflicher Überlegung im stillen Kämmerlein doch nicht gut genug. Dann sollte das Team an seiner Argumentaton feilen.

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Oder Ihr Chef ist selbst unsicher: Er will sich das Good-feeling des Mehrheitsentscheids holen und hört schließlich doch lieber auf seinen Bauch. Dann verzichten Sie auf solche pseudodemokratischen Veranstaltungen, und fordern Sie Ihren Boss auf, seine Entscheidungen allein zu treffen. Wenn ihm wirklich an der Meinung seines Teams etwas liegt, wird ihm das peinlich sein, und er wird sie in Zukunft stärker berücksichtigen

Weicht Ihr Chef auf vage Formulierungen aus, nageln Sie ihn fest. Bestehen Sie auf konkreten Vereinbarungen und Terminen, die schriftlich festgehalten werden. Keiner wird sich gern schwarz auf weiß nachweisen lassen, anders als gemeinsam vereinbart gehandelt zu haben.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.11.2002