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Mein Chef denkt, wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn

Mangelnde Loyalität wird von allen Chefs gefürchtet. Zu den Todsünden im Arbeitsleben zählt, sich beim Chef des Chefs zu beschweren.
Mangelnde Loyalität wird von allen Chefs gefürchtet. Zu den Todsünden im Arbeitsleben zählt, sich beim Chef des Chefs zu beschweren. Nur wenn Ihr Vorgesetzter Sie rüde mobbt und Sie überhaupt keinen Ausweg mehr sehen, sollten Sie in Erwägung ziehen, eine Hierarchieebene zu überspringen. Denn eins ist sicher: Hinterher wird Ihr Verhältnis zum Chef irreparabel sein. Wahrscheinlich ist, dass der Konflikt auf eine Konfrontation "er oder ich" hinausläuft. Und ob Sie da die besseren Karten haben, ist zweifelhaft

Grundsätzlich gilt: Vermeiden Sie alles, was Ihren Vorgesetzten an Ihrer Loyalität zweifeln lassen könnte. Werden Sie trotzdem bei einer abweichenden Meinung gleich als Verräter verdächtigt, handelt Ihr Chef vermutlich stark aus dem Bauch und legt großen Wert auf Harmonie in seinem Team. Auf sachliche Argumente dürfte er kaum reagieren, im Gegenteil: Kommen Sie ihm nüchtern, sind Sie für ihn der kühle Kopfmensch, der im Zweifelsfall im anderen Lager steht. Versichern Sie Ihrem Vorgesetzten zuerst so emotional wie möglich, dass Sie auf seiner Seite sind. Garnieren Sie Ihre abweichende Meinung dann ebenfalls mit Gefühlen

Die besten Jobs von allen


Und vergessen Sie nicht: Chefs sind auch nur Menschen. Wie ihre Mitarbeiter lechzen sie nach Zuneigung, Bestätigung, Respekt - die sie, umgeben von Konkurrenten, Neidern, Heuchlern, selten bekommen. Ein ehrliches freundliches Wort wirkt manchmal Wunder.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.11.2002