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Mehr Stellenangebote, kaum Studierende

Wirtschaftsinformatiker sind zurzeit auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Die knapp 1.500 Absolventen, die jährlich Universität oder Fachhochschule verlassen, können den Bedarf kaum decken. Das berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner am 27. August erscheinenden Ausgabe.

Die Zahl der Stellenangebote ist im ersten Halbjahr 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 25 Prozent gestiegen. Vor allem Beratungsunternehmen, Finanzdienstleister, Software-Hersteller und große Industriekonzerne melden aktuell Bedarf an Wirtschaftsinformatikern.

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"Beim aktuellen Stellenangebot kommen Wirtschaftsinformatiker wesentlich besser weg als ihre Informatikerkollegen", sagt Bernhard Hohn von der Bundesagentur für Arbeit gegenüber Junge Karriere. Während Informatiker um ihre Arbeitsplätze in Deutschland bangen müssen und öfter durch IT-Spezialisten aus Indien oder Osteuropa ersetzt werden, stehen Wirtschaftsinformatiker aufgrund ihrer ökonomischen Zusatzqualifikationen praktisch konkurrenzlos da. "Durch ihre Kombi-Ausbildung stehen Wirtschaftsinformatiker viel mehr Karrierewege offen als reinen IT-lern", begründet Jörn Hüsgen, Chefredakteur Junge Karriere, die Alleinstellung.

Ihr großer Vorteil: Durch das Doppelstudium fungieren sie in Unternehmen als Bindeglied zwischen Programmierern und Anwendern und übertragen betriebswirtschaftliche Anforderungen auf die Informatik. "Der Nachholbedarf an solchen Software-Lösungen ist vor allem bei Mittelstand und kleinen Firmen riesig", beobachtet Ulrich Hasenkamp, Professor an der Uni Marburg und Mitherausgeber der Zeitschrift Wirtschaftsinformatik.

Der Mangel an Wirtschaftsinformatikern wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich noch verschärfen. Denn die Zahl der Studienanfänger ist rückläufig. Waren es zum Wintersemester 2000 noch 6.370, nahmen im vergangenen Herbst nur noch rund 5.400 das Studium auf - ein Minus von gut 15 Prozent.

Bei den Gehältern für Wirtschaftsinformatiker macht sich schon heute die angezogene Nachfrage bemerkbar: Das Gros (41 %) der Berufseinsteiger mit bis zu drei Jahren Joberfahrung verdient 40.000 bis 50.000 Euro brutto im Jahr; 22 Prozent der Youngster bekommen sogar 50.000 bis 60.000 Euro jährlich. Nach vier bis sieben Jahren im Job verdient ein knappes Drittel der Wirtschaftsinformatiker 50.000 bis 60.000 Euro jährlich; 14 Prozent bringen es auf ein Bruttojahresgehalt von 60.000 bis 70.000 Euro.

Weitere Informationen zu Arbeitsmarkt und Jobchancen für Wirtschaftsinformatiker stehen in der September-Ausgabe von Junge Karriere, die am 27. August 2004 erscheint.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.08.2004