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Mehr Kontrolle durch das Finanzamt

So genannte Powerseller beim Internet-Auktionshaus Ebay müssen sich verstärkt auf Kontrollen durch die Finanzämter einstellen. Wie das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner am 19. Dezember erscheinenden Januar-Ausgabe berichtet, setzen die Behörden inzwischen Software ein, die Schwarzhändler aufspüren soll, die weder Umsatz-, noch Einkommen- und Gewerbesteuer zahlen. "Zurzeit kriegen wir nur die Spitze des Eisbergs. Bei den Mengen an täglichen Bewegungen auf Ebay stoßen wir ruck zuck an Kapazitätsgrenzen", sagt Martin Fliedner, Sprecher der Oberfinanzdirektion Düsseldorf, gegenüber Junge Karriere.

Seit kurzem durchforstet das Bundesamt für Finanzen mit dem Web-Crawler "Xpider" Internetplattformen und stellt Querverbindungen zwischen An- und Verkäufen her. Diese werden mit dem Handelsregister und anderen Datenbanken verglichen, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Zudem machen eigens abgestellte Internetfahnder Jagd auf Schwarzhändler bei Ebay.

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Trotzdem boomt der Handel über Ebay. Allein im dritten Quartal 2003 lag das Handelsvolumen bei gut einer Milliarde Euro und damit rund 70 Prozent über dem Vorjahresquartal (605 Millionen Euro). Mit gut 22 Millionen Besuchern im Monat ist das Internet-Auktionshaus E-Shopping-Marktführer in Europa. Auch Großkonzerne wie Quelle, Sony, Fujitsu, IBM und Hewlett-Packard haben Ebay als Plattform für sich entdeckt und verkaufen dort Restposten oder auch die aktuellen Kollektionen. Binnen Jahresfrist will Quelle selbst größter Powerseller werden. Um mit der wachsenden Konkurrenz Schritt zu halten, müssen vor allem kleinere Händler ihre Auktionen professionalisieren. Derzeit leben hierzulande rund 10.000 Menschen hauptberuflich von Ebay. In wenigen Jahren, schätzt das Auktionshaus, werden es dreimal so viele sein. Infizierte gibt es genug: Über elf Millionen registrierte Nutzer zählte Ebay Deutschland im dritten Quartal 2003, knapp doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

Tipps für Profiseller - und solche, die es werden wollen:

Käufer anlocken. Der Titel, der in der Übersichtsliste erscheint, ist das Aushängeschild für jede Auktion. Dort sollte knapp aber konkret stehen, was angeboten wird. Ein Muss sind Produktname, Kennzeichen, Eigenschaften, Größen und der Zustand.

Auktionsende clever timen. Denn je mehr kaufwillige Ebayer vor dem Computer mitsteigern, desto höher schraubt sich der Endpreis. Garantiert viel Publikum finden Auktionen, die abends oder am Wochenende enden.

Versand günstig gestalten. Nicht nur der Kaufpreis, auch die zusätzlichen Versandkosten entscheiden letztlich darüber, bei welchem Anbieter der Käufer zuschlägt. Preiswerte Alternativen zum Päckchen sind Bücher- oder Warensendung sowie der Maxibrief plus.

Zweites Standbein schaffen. Um sich möglichst unabhängig von kurzfristigen Trends und Nachfrageschwankungen zu machen, nicht nur auf ein Produkt setzen. Mit einem eigenen Laden oder Web-Shop schafft man sich ein zweites Standbein neben Ebay-Auktionen.

Staat fördert Ebayer. Überbrückungsgeld und Ich-AG-Zuschüsse gibt es auch für Arbeitslose, die sich als Ebay-Händler selbstständig machen. Wer keinen Anspruch auf diese Förderungen hat, kann sich bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau über Wege zu zinsgünstigen Existenzgründerdarlehen informieren.

Chef muss mitspielen. Wer sich zunächst nur im Nebenjob als Powerseller selbstständig machen will, sollte seinen Chef informieren. In den meisten Arbeitsverträgen ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet. Wer dagegen verstößt, riskiert eine fristlose Kündigung. Und: Haupt- und Nebenberuf klar voneinander trennen.

Privates vom Business trennen. Profi-Verkäufer sollten sich einen zweiten Account anlegen, über den sie private Verkäufe und Käufe abwickeln.

Was Ebayer zu Recht und Steuern wissen müssen, und die besten Tipps für Versteigerer und Ersteigerer stehen in der Januar-Ausgabe von Junge Karriere (Erscheinungstermin: 19. Dezember 2003).
Dieser Artikel ist erschienen am 18.12.2003