Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Mehr Einschreibungen für Bachelor- und Masterstudiengänge

Quelle: Handelsblatt
Die deutschen Hochschulen rechnen mit einem Anstieg der Einschreibungen für Studiengänge, die mit den internationalen Abschlüssen Bachelor oder Master abschließen. Die Zahl der Immatrikulationen für die neuen Abschlüsse wird von derzeit 2,7 Prozent auf 15 Prozent der gesamten Einschreibungen im Jahr 2004 ansteigen.
cap DÜSSELDORF. Die deutschen Hochschulen rechnen mit einem Anstieg der Einschreibungen für Studiengänge, die mit den internationalen Abschlüssen Bachelor oder Master abschließen. Die Zahl der Immatrikulationen für die neuen Abschlüsse wird von derzeit 2,7 Prozent auf 15 Prozent der gesamten Einschreibungen im Jahr 2004 ansteigen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in den nächsten Wochen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) veröffentlicht wird. Damit erreicht Deutschland im europäischen Vergleich eine gute Position auf dem Weg zur Vereinheitlichung der Abschlüsse in Europa.Seit 1998 sind in Deutschland rund 1000 Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master entstanden. Auf lange Sicht sollen sie bisherige Universitätsgrade ersetzen und ergänzen. Dadurch wird die Anerkennung von Leistungen im europäischen Hochschulraum vereinfacht und Europas Unis gewinnen weltweit an Attraktivität.

Die besten Jobs von allen

Gerade der sechssemestrige Bachelor-Abschluss, dem ein drei- bis viersemestriger Master-Abschluss folgen kann, muss aber noch um eine Anerkennung auf dem deutschen Arbeitsmarkt kämpfen. ?Bisher können Absolventen mit einem Bachelor-Abschluss nicht in den gehobenen Dienst der öffentlichen Verwaltung?, sagt Matthias Petzold vom DAAD. Das habe eine negative Signalwirkung für die Industrie.In den nächsten Jahren geht es um eine transparentere Qualitätssicherung der neuen Abschlüsse. Rüdiger Jütte von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fordert, dass Studenten die vom deutschen Akkreditierungsrat untersuchten Studiengänge auch als solche erkennen. Bisher vergeben Agenturen die Siegel im Auftrag des deutschen Akkreditierungsrates, der von der HRK und der Kultusministerkonferenz getragen wird.Im europäischen Vergleich sieht Kauko Hämäläinen vom europäischen Netzwerk für Qualitätssicherung in der Hochschulausbildung Österreich, Deutschland und die Niederlande in ihren Bemühungen um die neuen Abschlüsse sehr weit. Trotzdem mahnt er, bei der Bewertung verstärkt darauf zu achten, was Studenten gelernt hätten und nicht nur auf das Lehrveranstaltungsangebot.
Dieser Artikel ist erschienen am 05.04.2002