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Mehr als 700 Euro jährlich sparen

Rund 95 Prozent aller medizinischen Leistungen sind verbindlich vorgeschrieben und damit bei jeder der derzeit 241 gesetzlichen Krankenkassen fast gleich. Die monatlichen Beiträge, die ein Versicherter zu leisten hat, unterscheiden sich dagegen deutlich, berichtet karriere in seiner März-Ausgabe

Nach der jüngsten Erhöhungsrunde von über 100 Krankenkassen zum Jahresbeginn reicht das Spektrum von 11,8 Prozent des monatlichen Bruttogehalts bei der IKK Sachsen bis zu 15,8 beispielsweise bei der AOK Saarland. Mit einem Wechsel der Kasse lässt sich also ordentlich Geld sparen: Schon bei einem Monatsbrutto von 3.000 Euro könnte das monatlich fast 60 Euro mehr im Geldbeutel bedeuten ? je nachdem, ob die Kasse zwölf oder 15,5 Prozent veranschlagt. ?Gerade für Berufsanfänger ist deshalb der Beitragssatz noch immer eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl ihrer Kasse?, weiß Christoph Kranich, Abteilungsleiter Gesundheit und Patientenschutz bei der Verbraucherzentrale Hamburg

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Ohne Einschränkungen ist dieses ?Geiz-ist-geil?-Prinzip allerdings nicht zu empfehlen, betont karriere. Denn es sind eben nur 95 Prozent der Leistungen identisch. Unterschiede bei den restlichen fünf Prozent und beim Service machen die billigste Variante nicht immer zur besten Wahl. ?Die diversen Gesundheitsreformen haben viele Anbieter dem Druck ausgesetzt, sich mit allen Mitteln im Wettbewerb zu behaupten?, urteilt Patientenberater Kranich. ?Wer sich aber die Mühe macht, akribisch die verschiedenen Angebote zu durchforsten, findet auf jeden Fall einen Anbieter, der den eigenen Ansprüchen gerecht wird.?

So lässt das Gesetz neben den Pflichtleistungen auch Extras zu, die die Krankenkassen nach eigenem Ermessen gestalten können. Das können beispielsweise Zuschüsse zu ambulanten Vorsorgekuren oder Präventionsurlauben sein. Manche Anbieter sponsern ihren Versicherten bei Krankenhausaufenthalten eine Haushaltshilfe oder unterstützen ihre Mitglieder im Fall eines Behandlungsfehlers. Einzelne Kassen haben mittlerweile sogar Ayurveda, Tai-Chi oder Ozontherapie im Angebot

Eine erste Orientierung bieten Beitragsrechner und -übersichten wie etwa von Finanztest, FSS-Online oder Ino24. Liegt einem eine Behandlung besonders am Herzen, sollte man bei der Kasse explizit nachfragen, was wann wie lange finanziert wird, rät karriere. Denn Papier ist geduldig, insbesondere Werbebroschüren. Besonders bei alternativen Heilmethoden klaffen Versprechen und Praxis oft auseinander

Die März-Ausgabe von karriere erscheint am 23. Februar 2007.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2007