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Medizinprüfung mit der Maus

Um ihren Schein in Rechtsmedizin zu machen, müssen Berliner Studenten nicht mal vor die Haustür. Als erste deutsche Uni prüft die Berliner Charité angehende Ärzte per Internet. Am 23. Februar sitzen 150 Studenten aus dem fünften Semester um punkt elf vor dem Computer und melden sich mit Immatrikulationsnummer und Namen zum Online-Test an. Dann haben sie 20 Minuten Zeit, Fragen zu Spurensicherung und Todesarten zu beantworten. Auswertung plus benoteten Schein drucken sie sich direkt im Anschluss aus.

Verdacht auf Teamwork unbegründet, behauptet Silvia Schattenfroh, Pressesprecherin der Charité. Erstens sähe der Multiple-Choice-Test bei jedem Prüfling anders aus, zweitens würden Details der Rechtsmedizin abgefragt, die kein älteres Semester mehr präsent habe.

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Die Dozenten der Uni-Klinik hoffen, dass der Modellversuch glückt. Mehr als 5.000 Studenten müssen sie jährlich durch zahllose Klausuren schleusen. "Reine Theorie kann man wunderbar virtuell prüfen", ist Medizinerin Schattenfroh von der elektronischen Alternative überzeugt. bor
Dieser Artikel ist erschienen am 13.01.2004