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Medizinische Versorgung

Axel Berkofsky
Wie alles in Japan ist auch die medizinische Versorgung erheblich teurer als in Deutschland. Ein Arztbesuch oder ein Krankenhausaufenthalt kann schnell ein kleines Vermögen kosten.
Wie alles in Japan ist auch die medizinische Versorgung erheblich teurer als in Deutschland. Ein Arztbesuch oder ein Krankenhausaufenthalt kann schnell ein kleines Vermögen kosten. Dennoch entsprechen in den nicht privaten Krankenhäusern technische und medizinische Qualität nicht dem deutschen Standard. Es empfiehlt sich unbedingt, in Deutschland eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Allerdings übernimmt die deutsche Versicherung in der Regel nicht alle Arten der ärztlichen Versorgung. Es lohnt sich, frühzeitig die Angebote unterschiedlicher Versicherungen zu vergleichen.

In Japan werden Arzt- und Krankenhausbesuche in bar bezahlt. In der Regel bekommt man den ausgelegten Betrag innerhalb eines Monats von der deutschen Krankenversicherung zurück. Achten Sie darauf, dass Ihnen der japanische Arzt die Quittung auf englisch ausstellt!

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Die Alternative, sich in Japan über die staatliche Krankenversicherung (National Health Insurance, Jap. Kokumin Kenko Hoken) zu versichern, sollte man besser nicht nutzen. Diese Versicherung ist zwar zweifelsohne günstiger als eine deutsche Auslandsreisekrankenversicherung, die Liste der Leistungen jedoch, die mit einer solchen Versicherung nicht abgedeckt sind, übersteigen in der Regel die Liste der Leistungen, die enthalten sind. Außerdem ist es mitunter schwierig, mit einer solchen Versicherung einen schnellen Arzttermin zu bekommen

Die japanische Medizin hat andere Methoden, stellt andere Diagnosen und behandelt Krankheiten häufig anders als europäische Ärzte. Hinzu kommt, dass die Sprachbarriere die Verständigung mit japanischen Ärzten zusätzlich erschwert. Daher ist der Besuch eines ausländischen Arztes oder eines Arztes, der über gute Englisch- oder Deutschkenntnisse verfügt, anzuraten. Die Deutsche Botschaft in Tokio verfügt auf ihrer Homepage unter der Rubrik "Ärzteliste" über eine Liste ausländischer und häufig frequentierter Ärzte mit Telefonnummern und Angabe der Fachrichtungen. Adressen von Kliniken und Ärzten können außerdem in einer Reihe von englischsprachigen Zeitungen und Magazinen wie Tokyo Classifieds, Tokyo Journal und Japan Times nachgeschlagen werden. Für einen gewöhnlichen Besuch bei einem muss man mit Kosten zwischen 8.000 und 10.000 Yen (160-200 Mark) rechnen, der Tagessatz bei einen Klinikaufenthalt ist bis zu doppelt so hoch wie in Deutschland

Wer sich in Tokio aufhält, kann außerdem zum medizinischen Informationsservice (AMDA International Medical Information Center) gehen. Das AMDA ist sechs Tage in der Woche von 9:30 bis 17 Uhr geöffnet, Telefon 03-5285-8088

Medizinische Versorgung an den Universitäten
In den Studiengebühren ist keine Krankenversicherung enthalten. Ausländische Studierende, die sich länger als ein Jahr in Japan aufhalten, müssen eine staatliche Krankenversicherung (National Health Insurance, Jap. Kokumin Kenko Hoken) abschließen (siehe oben). Wer der staatlichen National Health Insurance beitritt, kann Arztkosten über die Uni-Versicherung abrechnen lassen. Studenten sind in diesem Falle also lediglich indirekt über die Universität versichert. Die Beiträge belaufen sich auf rund 1000 Yen (20 DM) pro Monat, es werden dabei 70 Prozent der Kosten übernommen, wobei Zahnbehandlungen ausgenommen sind. Einige Universitäten, wie die renommierte International Christian University (ICU) in Tokio, bieten Privatversicherungen an, deren Leistungen zwar außergewöhnlich gut, deren Beiträge mit rund 60.000 Yen (1200 DM) pro Semester dafür auch außergewöhnlich hoch sind. Diese Bestimmungen ändern sich regelmäßig, am besten, man informiert sich rechtzeitig selbst an der Universität, an der man studieren möchte.

Eine Reihe von japanischen Universitäten bietet außerdem einen ambulanten medizinischen Service auf dem Campus oder in den medizinischen Fakultäten an. Der Besuch der Sprechstunde ist in der Regel kostenlos, darüber hinaus gehende Leistungen werden berechnet. Weitere Informationen finden sich auf den Webpages der Unis. Darüber hinaus informieren an den größeren Hochschulen die International Students Centers über alle Einzelheiten der medizinischen Versorgung und Leistungen für ausländische Studenten. Auch auf der Internetseite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Tokio finden sich Tipps und Links zur medizinischen Versorgung für Studierende in Japan.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.04.2001