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Medientechniker bei der Netzeitung

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Als kurz nach Weihnachten die Flut über Asien hineinbrach, konnten Erik Pothast und seine Kollegen von der Netzeitung wieder zeigen, was in ihnen und ihrem Medium steckt. Mehrmals am Tag aktualisierten sie die Nachrichten über die Toten, deren Zahl stündlich stieg.
Als kurz nach Weihnachten die Flut über Asien hineinbrach, konnten Erik Pothast und seine Kollegen von der Netzeitung wieder zeigen, was in ihnen und ihrem Medium steckt. Mehrmals am Tag aktualisierten sie die Nachrichten über die Toten, deren Zahl stündlich stieg. Wenige Tage später bündelte Pothast die Artikel in einem Spezial, in dem sich die Leser der einzigen Internet-Zeitung Deutschlands auch zwei Monate später noch den Verlauf der Jahrhundertkatastrophe vor Augen führen können.

Als Mitglied des fünfköpfigen Produktionsteams, das mit den 30 Redakteuren in einem Großraumbüro mit Blick auf den Reichstag sitzt, ist der 30-jährige Medientechniker eine Art Mädchen für alles. Pothast entwirft Seiten und Artikelgruppen für die Spezials, bessert Fehler im Layout aus, falls das Redaktionssystem von Oracle doch einmal stocken sollte, sucht Fotos und schreibt Teaser für die Titelseite, die alle paar Minuten aktualisiert wird. Zusätzlich entwickelt Pothast neue Werbeformate und baut sie in die Seiten ein.

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Pothast gefällt die Abwechslung. ?Hier kann ich Hobby und Beruf verknüpfen?, sagt der Technikfreak, der nach 2,5 Semestern Luft- und Raumfahrttechnik auf Medientechnik umsattelte und über eine Zwischenstation beim Jobportal Stepstone und eine Weiterbildung zum Softwareingenieur vor knapp einem Jahr zur Netzeitung stieß. Dafür nimmt er auch in Kauf, dass es abends mal später wird. Während die Redaktion im Mehrschichtbetrieb rund um die Uhr arbeitet, dauert der Arbeitstag von Pothast in der Regel von 9 bis 18 Uhr. ?Aber wenn abends noch etwas passiert, muss es möglichst bald im Netz laufen.? Am nächsten Morgen checkt er als erstes die Besucherzahlen. Mittlerweile hat die Netzeitung eine Million Leser im Monat. ?Die Zahlen steigen kontinuierlich?, freut sich Pothast.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.02.2005