Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Matthias Uebel


Welche Schule?
London Business School
Year of Graduation:
1998
Heutige Position:
Partner bei BlueChipBusiness Laboratories GmbH
Welche Schule?
London Business School

Year of Graduation:
1998

Die besten Jobs von allen


Heutige Position:
Partner bei BlueChipBusiness Laboratories GmbH

A. Gehalt und Karriere

1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Das Unternehmen, bei dem ich beschäftigt war, ging in Konkurs. Ich war dadurch gezwungen, einen Job-/Karrierewechsel zu vollziehen, wobei ich den Entschluss einen MBA zu machen, bereits mehrere Jahre zuvor getroffen hatte. Ich wollte den MBA dazu nutzen, die Basis für eine internationale Karriere zu legen.

2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Meine Karriereperspektive war mit Sicherheit weniger klar als bei einigen meiner Mitstudenten, die sich bereits vor dem MBA auf Beratung oder Investment Banking festgelegt hatten. Ich wusste, dass ich mittelfristig unternehmerisch tätig werden wollte, beziehungsweise in einer führenden Funktion an einem Unternehmen beteiligt sein wollte.

2b. Hat sich dies dann mit / nach dem MBA auch so entwickelt?
Im Prinzip ja, allerdings auf Umwegen. Nach dem klassischen Einstieg in die Unternehmensberatung folgte mein Karrierepfad eher Zufällen und wurde primär durch Personen geprägt, welche ich in unterschiedlichsten Unternehmen und Funktionen kennen gelernt hatte.

3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Ja, ohne den MBA wäre der Einstieg in die Unternehmensberatung mit Sicherheit nicht so einfach gelungen. Bei den darauf folgenden Karrieresprüngen hatte der MBA einen äußerst positiven Einfluss auf die Entscheidungen, mich im Unternehmen anzustellen.

4a. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Den größten Teil des MBAs habe ich über einen sehr hohen, aber ganz gewöhnlichen Bankkredit finanziert. Ich hatte grosse Schwierigkeiten, die Banken davon zu überzeugen, dass sie mir einen Kredit für eine Ausbildung gewähren sollten. Zum Glück habe ich einen Bankdirektor in einer kleinen Sparkasse kennen gelernt. Dieser stand zwei Jahre vor der Pensionierung (= keine Karrieregedanken mehr) und war begeistert von der Idee, dass ein junger Mensch einen MBA macht und das Risiko eingeht, diesen selbst zu finanzieren.

4b. Hat sich die Investition "ausgezahlt"?
Ja!

B. Alumni-Netzwerk

5. Wie wichtig ist das Alumni-Netzwerk Ihrer Schule für Sie?
Sehr wichtig. Es ist eine Plattform, auf der man viele private, aber auch geschäftliche Aktivitäten initiieren kann. Nach dem eBusiness-Hype sind Alumni-Netzwerke noch wichtiger geworden, beziehungsweise Alumni sind insgesamt offener geworden, über das Alumni-Netzwerk angesprochen zu werden. Ich lerne immer wieder äußerst nette und interessante Menschen über das Alumni-Netzwerk kennen.

6. Wie nützlich sind diese Kontakte für Sie beruflich?
Sie haben das Potential, sehr wichtig zu werden.

C. Rückblickend betrachtet, was haben Sie in Ihrem MBA-Studium gelernt, was in Ihrem heutigen Job von Bedeutung ist?


7. An Fachwissen:
In meinem Fall haben mir die sehr praxisrelevanten Kurse im Bereich Finanzen viel gebracht.

8. An sonstigen Fähigkeiten (soft skills etc.):
Als ich in den ersten Arbeitsgruppentreffen sehr direkt auf die Lösung einer Fallstudie zusteuerte - und dabei den Diskussionsbedarf der Gruppe unterschätzt habe - wurde ich mit den Worten "Don't be so German" gebremst. Ich habe gelerntŽ, sehr viel offener gegenüber der Herangehensweise anderer Kulturen zu werden.

9. Jedes MBA-Programm, das auf sich hält, verspricht, für eine General Management-Position fit zu machen. Können Sie das aus Ihrer Erfahrung bestätigen?
Ja, wir haben einen sehr guten Überblick über die Anforderungen an General Manager gelernt (hard and soft skills).

10. Fühlten Sie sich nach / mit dem MBA für "höhere" Aufgaben besser gewappnet? Und waren Sie es - aus der Distanz betrachtet - auch tatsächlich?
Ja. Auf der einen Seite gewinnt man Selbstsicherheit eine Aufgabe erledigen zu können, auf der anderen Seite verlieren viele Aufgaben ihren "Schrecken".

D. Die menschliche Erfahrung

11. Welche Bedeutung hat das MBA-Studium für Ihre persönliche Entwicklung?
Persönlich war dies eine der wertvollsten Erfahrungen. Ich habe Menschen der unterschiedlichsten kulturellen und beruflichen Backgrounds kennen gelernt.

12. Ein Punkt, nach dem ich Sie nicht gefragt habe, der Ihnen aber wichtig ist...
Wer in Europa später arbeiten möchte, sollte seinen MBA auch in Europa machen. Die Alumni-Netzwerke sind stärker auf Europa fokussiert und die Ausbildung ist bei den führenden Schulen sehr viel internationaler ausgerichtet als die der meisten amerikanischen Business Schools.

13. Ein Ratschlag für jeden, der sich für einen MBA interessiert?
Wenn MBA, dann richtig. Empfehlenswert sind nur die Top-Schulen, ansonsten ist ein MBA unter Umständen herausgeschmissenes Geld.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.09.2004