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Matthias Keudel


Welche Schule?
University of California at Berkeley, Haas School of Business
Year of Graduation:
1997
Heutige Position:
Leiter Export bei Nobilia Werke J. Stickling GmbH & Co. KG (Küchen Hersteller)
Welche Schule?
University of California at Berkeley, Haas School of Business

Year of Graduation:
1997

Die besten Jobs von allen


Heutige Position:
Leiter Export bei Nobilia Werke J. Stickling GmbH & Co. KG (Küchen Hersteller)



A. Gehalt und Karriere

1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Nach Abschluss als Wirtschaftsingenieur / Maschinenbau hatte ich erste Erfahrung in der Unternehmensberatung gesammelt. Ich stand vor der Frage, zu promovieren oder einen MBA zu machen. Ich entschied mich für den MBA, weil er praxisorientierter ist, und natürlich spielte auch die Tatsache, noch mal zwei Jahre in den USA zu verbringen, eine Rolle.

2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Nein, wie viele andere auch, benutzte ich die zwei Jahre dazu, mich neu, beziehngsweise weiter zu orientieren.

2b. Hat sich dies dann mit / nach dem MBA auch so entwickelt?
Durch die Nähe und die enge Verknüpfung zu Silicon Valley, habe ich natürlich den Internet-Boom hautnah miterlebt und mir war klar, dass ich im Bereich neue Medien arbeiten müsse.

3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Auf jeden Fall. Ohne meinen MBA hätte ich meine erste Stelle im Stab von Thomas Middelhoff bei Bertelsmann nie bekommen.

4a. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Schwierig ist vor allem die Finanzierung des ersten Jahres. Über Erspartes, Unterstützung der Eltern und einen part-time Job in Berkeley habe ich es hinbekommen. Beim Praktikum zwischen dem ersten und zweiter Jahr verdiente ich gut, im zweiten Jahr hatte ich zwei Nebenjobs und konnte daraus das zweite Jahr finanzieren.

4b. Hat sich die Investition "ausgezahlt"?
Sowohl finanziell, als auf jeden Fall durch den Gewinn an Erfahrung auf jeden Fall.

B. Alumni-Netzwerk

5. Wie wichtig ist das Alumni-Netzwerk Ihrer Schule für Sie?
Die Almuni-Netzwerke amerikanischer Schulen sind natürlich meist stärker in den USA als in Europa. Ich habe später noch zwei Jahre in New York gearbeitet und dies dabei deutlich mitbekommen. Alumni-Netzwerke in Europa gründen sich meist auf starke Selbstinitiative von einzelnen. Aber besonders innerhalb des Jahrgangs haben wir enge Kontakte und auch zu den anderen Jahrgängen bestehen viele Beziehungen.

6. Wie nützlich sind diese Kontakte für Sie beruflich?
Nützlich für mich sind vor allem die Kontakte zu Absolventen meines Jahrgangs, die oft in ähnlicher Funktion in anderen Unternehmen stehen. Man hat dort einen Kreis von "Beratern" bei denen man sich Anregungen holen kann, aber auch Probleme offen diskutieren kann.

C. Rückblickend betrachtet, was haben Sie in Ihrem MBA-Studium gelernt, was in Ihrem heutigen Job von Bedeutung ist?

7. An Fachwissen:
Während des MBA-Studiums lernt man die Anwendung von Werkzeugen. Die Theorie ist nicht so wichtig, sondern es geht eher darum, was muss ich wissen und wie muss ich vorgehen, um ein Problem zu lösen. Man diskutiert immer an Hand von Fällen aus der Praxis. Insofern ist der MBA auch eine Art kompakte Berufserfahrung.

8. An sonstigen Fähigkeiten (soft skills etc.):
Der interkulturelle Aspekt steht hier sehr stark im Vordergrund. Gerade in Berkeley waren wir eine bunte Truppe unterschiedlicher Kulturen und Herkunft, und dies hat mich für meine Leben sehr stark geprägt.

9. Jedes MBA-Programm, das auf sich hält, verspricht, für eine General Management-Position fit zu machen. Können Sie das aus Ihrer Erfahrung bestätigen?
Wie gesagt, die Tools (Werkzeuge) bekommt man vermittelt. Inwieweit man sie dann einsetzt hängt von einem selbst ab.

10. Fühlten Sie sich nach / mit dem MBA für "höhere" Aufgaben besser gewappnet? Und waren Sie es - aus der Distanz betrachtet - auch tatsächlich?
Ich fühlte mich so, und es war so. Durch Kontakte mit Professoren, Ehemaligen und Gast-Rednern, konnte man schon einmal ein Bisschen das Leben auf CEO / Vorstandsebene "üben".

D. Die menschliche Erfahrung

11. Welche Bedeutung hat das MBA-Studium für Ihre persönliche Entwicklung?
Es hat mich sehr stark geprägt. Ich sehe Dinge heute bestimmt mehr mit einer europäischen, oder sogar globalen Brille als mit einer deutschen. Ich habe lebenslange Freunde auf der ganzen Welt kennen gelernt. Ich kann andere Kulturen besser verstehen, beziehungsweise bin toleranter und vorsichtiger bei Vorurteilen geworden. Nicht zuletzt habe ich auch meine Frau in Berkeley kennen gelernt ;-)

12. Ein Ratschlag für jeden, der sich für einen MBA interessiert?
Wen man es irgendwie finanziert kriegt - machen!
Dieser Artikel ist erschienen am 22.09.2004