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Masterstudiengänge nicht immer karrierefördernd

Bis zu 35.000 Bachelor-Studenten werden im kommenden Jahr ihren Abschluss machen ? so viele wie noch nie in Deutschland. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Absolventen noch bei rund 5.000 liegen. Absolventen, die sich ihrer Karriereziele noch nicht sicher sind und zwischen Job oder Anschluss-Studium schwanken, rät das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere in seiner Januar-Ausgabe lieber erst Berufserfahrung zu sammeln und später den Master draufzusatteln.?Aus purer Verlegenheit einen weiteren Studiengang dranzuhängen, ist reine Zeitver­schwendung?, sagt Oliver Maassen, Leiter des Talent Center der HypoVereinsbank in karriere. Nur für Bereiche, in denen besondere Methodenkompetenz gefordert sei, wie etwa im Investmentbanking, mache es Sinn, direkt nach dem Bachelor einen Master anzuschließen. Gleiches gilt für Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung: An eine Führungsposition in den naturwissenschaftlichen Labors eines Unternehmens dürfte ohne Master schwer ranzukommen sein, auch im Ingenieurbereich wird der Uni-Bachelor nach ersten Erfahrungen eher dem FH-Diplom gleichgesetzt.

Die besten Jobs von allen

Das Angebot an Master-Studiengängen ist groß: Mehr als 1.600 stehen zur Auswahl. Doch nicht alle bereiten optimal auf den Job vor, berichtet das Magazin karriere weiter, das für seine Januar-Ausgabe neue Master-Studiengänge verschiedener Fachrichtungen von Wirtschaftsexperten beurteilen ließ. Als zukunftsträchtig bewerten die Fachleute praxisorientierte Schnittstellen-Studiengänge, die auf Führungsaufgaben in Wachstumsbereichen wie Engineering, Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik vorbereiten.Die Akkreditierung, das TÜV-Siegel für die Masterstudiengänge, taugt nur bedingt als Wahlkriterium. Denn erst ein knappes Drittel der Masterstudiengänge ist überhaupt akkreditiert. Auch qualitativ stehen die Gütesiegel in der Kritik: ?Bei der Akkreditie­rung wird im Grunde nur geprüft, ob eine Hochschule die Ziele erreicht hat, die sie sich gesetzt hat?, kritisiert Oliver Maassen. Der Aspekt Arbeitsmarktbefähigung komme zu kurz. Studenten sollten deshalb Studienangebote abklopfen, ob es einen Wirtschaftsbeirat gibt, der in die Gestaltung des Studiengangs einbezogen wird.Die Januar-Ausgabe von karriere erscheint am 16. Dezember 2005.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.12.2005