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Master im Abseits

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Die Qualität der Hochschulausbildung ist in Gefahr: Bei der Umstellung der Magister- und Diplomstudiengänge auf Bachelor und Master wird immer offensichtlicher, dass der Löwenanteil der Budgets in die Bachelorstudiengänge fließt und für Masterstudenten in ausreichender Zahl das Geld fehlt.
Die Qualität der Hochschulausbildung ist in Gefahr: Bei der Umstellung der Magister- und Diplomstudiengänge auf Bachelor und Master wird immer offensichtlicher, dass der Löwenanteil der Budgets in die Bachelorstudiengänge fließt und für Masterstudenten in ausreichender Zahl das Geld fehlt.

Obwohl die Hochschulrektorenkonferenz sich offiziell gegen eine Quotenregelung für die Zulassung zum Masterstudium ausgesprochen hat, wird der ?Master für alle? schlicht an den Finanzen der Länder scheitern. Beispiel Nordrhein-Westfalen: Laut Erlass der Landesregierung müssen die Universitäten 80 Prozent der Lehrkapazität für die Bachelorphase einsetzen ? bleiben 20 Prozent für das Masterstudium. Axel Haase, Präsident der Uni Würzburg, hält es für fatal, ?aufgrund der Kosteneinsparung die Qualität der Ausbildung zu reduzieren?.

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Wenn immer weniger Studenten ein Diplom-gleichwertiges Masterstudium absolvieren könnten, müssten Wirtschaft und Forschungsinstitute Millionen in Weiterbildung investieren. Letztlich werde das ?zu einer weiteren Abwanderung von Unternehmen führen?, ist Haase überzeugt. Den Trend zur Konzentration auf den Bachelor bezeichnet der Verbund deutscher technischer Hochschulen TU9 gar als ?Kahlschlag?, der den Ingenieurmangel ?dramatisch verschärft und den Industriestandort Deutschland an den Abgrund führt?. Zu den Lehrinhalten äußern sich auch die Praktiker skeptisch: ?Wir wünschen uns, dass mehr Wirtschaftsfachleute an der Konzeption der Studiengänge teilnehmen?, sagt die Hochschulexpertin des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Berit Heintz. Es sei immens wichtig, dass diese berufsorientierter ausgerichtet würden.
Dieser Artikel ist erschienen am 04.05.2005