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Maschinenbau: A bis Zett

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Arbeitsmarkt

Für Maschinenbau-Ingenieure gab es im vergangenen Jahr 21.793 Stellenangebote - 14 Prozent mehr als 1999. Größter Nachfrager war der Maschinen- und Anlagenbau. Hier wuchs die Zahl der Offerten sogar um ein Viertel. Ähnlich war die Entwicklung im Fahrzeugbau. Und der Bedarf nimmt weiter zu. Die Zahl der berufstätigen Maschinenbau-Ingenieure ist in den letzten 20 Jahren um über die Hälfte auf 121.000 gestiegen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet mittelfristig mit einer jährlichen Zuwachsrate von sechs bis sieben Prozent. Jeder vierte Maschinenbau-Ingenieur ist inzwischen älter als 45 Jahre. Drei Viertel der Ende letzten Jahres 10.700 arbeitslosen Maschinenbau-Ingenieure waren 45 Jahre oder älter.

Die besten Jobs von allen


Einsatzgebiete

Nahezu jeder zweite Maschinenbau-Ingenieur ist im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt. Über die Hälfte übernimmt Aufgaben in Forschung, Produktentwicklung und Konstruktion. 18 Prozent arbeiten im Vertrieb. Typisch für die Unternehmen des Maschinenbaus: Jede zweite Führungsposition wird von einem Ingenieur eingenommen. Die aktuellen Stellenangebote kommen vor allem aus dem Maschinen- und Anlagenbau, dem Fahrzeugbau, aber auch der Elektro- und Bauindustrie. Gesucht wird insbesondere für Fertigung/Produktion, Entwicklung/Konstruktion sowie Marketing/Vertrieb.

Gehalt

Die Einstiegsgehälter liegen nach Schätzung des Vereins Deutscher Ingenieure zwischen 60.000 und 85.000 Mark im Jahr. FH-Absolventen liegen fünf Prozent unter dem Niveau von Uni-Absolventen. In den letzten zwei Jahren stiegen die Gehälter um neun Prozent - im Branchenvergleich unterdurchschnittlich.

Inhalte

Der Maschinenbau befasst sich nicht nur mit Maschinen im engeren Sinn wie Wärmekraft- oder Werkzeugmaschinen, Automaten oder Robotern, sondern auch mit Fahrzeugen, der Verkehrs-, Versorgungs-, Verfahrens-, Kern- und Reaktortechnik. Eine hohe Bedeutung kommt der Automatisierung von Fertigungsprozessen zu und - damit verbunden - der Informationstechnologie, der Mechatronik, der Elektrotechnik und Informatik. Studienrichtungen und -schwerpunkte können produkt-, methoden- und aufgabenorientiert sein. Sie reichen von der Luft- und Raumfahrttechnik über die Mechanik bis hin zur Konstruktionstechnik. Das Grundstudium vermittelt die mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen. Die Spezialisierung erfolgt im Hauptstudium.

Studenten

97.212 Maschinenbaustudenten gab es im WS 1999/2000, darunter 13 Prozent Frauen. 58.531 waren an FHs, 31.186 an Unis und 7.495 an Gesamthochschulen eingeschrieben. Von 19.194 Erstsemestern hatten sich 11.899 für eine FH, 6.300 für eine Universität und 995 für eine Gesamthochschule entschieden. Mit 13.959 (Uni: 4.420; FH: 9.539) lag die Zahl der Absolventen weiterhin unter Bedarf. Der gängigste Abschluss ist das Diplom. Daneben gibt es den Magister sowie immer mehr Bachelor- und Masterstudienangebote.

Zulassungsbeschränkungen

Auch wenn die Zahl der Studienanfänger zuletzt zunahm, konnten viele Universitäten und Fachhochschulen ihre Studienplatzkapazitäten nicht voll auslasten. Nahezu alle Hochschulen sind deshalb zulassungsfrei. Lediglich bei einigen wenigen Studienangeboten mit internationaler Ausrichtung übersteigt die Zahl der Bewerber die der verfügbaren Plätze.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.04.2001