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Markus Dieterle


Welche Schule?
University of Pittsburgh, Joseph M. Katz Business School
Year of Graduation:
1996
Heutige Position:
Manager bei Bain & Company
Welche Schule?
University of Pittsburgh, Joseph M. Katz Business School

Year of Graduation:
1996

Die besten Jobs von allen


Heutige Position:
Manager bei Bain & Company

A. Gehalt und Karriere

1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Ich hatte mein Studium der Europäischen Betriebswirtschaft (Reutlingen / London) beendet und wollte direkt im Anschluss noch etwas drauflegen - einerseits, was die Vertiefung von einigen Fächern anging, andererseits unter dem Aspekt einer weiteren internationalen Erfahrung.

2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Die Bereiche Consulting und / oder I-Banking hatten mich beide sehr interessiert. Während des MBA-Studiums verfestigte sich das in Richtung Consulting.

2b. Hat sich dies dann mit/nach dem MBA auch so entwickelt?
Ja, das hat genau gepasst. Hatte mich bei einigen Firmen parallel beworben. Bain hatte mir von Anfang an sehr gut gefallen, und so habe ich mich damals sehr schnell entschieden, und bin bis jetzt dabei geblieben...

3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Ja. Ich konnte damals als Consultant einsteigen - also etwas höher als andere Uni-Absolventen. Der Hebel (auch bei anderen Firmen, mit denen ich interviewte) war allerdings nicht ganz so groß, wie er das im Falle einer höher gerankten B-School (plus zusätzlicher Arbeitserfahrung) gewesen wäre.

4. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Hatte das Glück, von zwei Seiten Stipendien-Zusagen zu erhalten - DAAD und Fulbright. Hatte mich nach dann für den DAAD entschieden, weil das damals besser zu meinen Studienplänen gepasst hatte. Dadurch musste ich nicht "investieren" im herkömmlichen Sinne. Den "Verdienstausfall" konnte ich durch mein berufliches Einstiegslevel kompensieren.

B. Alumni-Netzwerk

5. Wie wichtig ist das Alumni-Netzwerk Ihrer Schule für Sie?
Aus beruflicher Sicht nicht so wichtig. Der Netzwerk-Gedanke bei der Katz Business ist bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie bei den Top Ten Schools. Erschwerend kommte hinzu, dass man bei einem einjährigen Programm (in der Tat elf anstrengende Monate!) kaum Kontakt zu angrenzenden Jahrgangstufen hat. Privat pflege ich allerdings zu einer Reihe von Kommilitonen sehr enge Kontakte.

6. Wie nützlich sind diese Kontakte für Sie beruflich?
Nur bedingt - siehe Frage 5.

C. Rückblickend betrachtet, was haben Sie in Ihrem MBA-Studium gelernt, was in Ihrem heutigen Job von Bedeutung ist?

7. An Fachwissen:
Ich konnte mit meinem BWL-Hintergrund, einiges an "Basic Modules" abwählen und mich auf gewisse Dinge fokussieren, die aus meiner Sicht bis dato zu kurz gekommen waren - und nach wie vor nützlich für mich sind. Dazu gehörten unter anderem spezialisierte Module in den Bereichen Finanzen, International Accounting, Management Accounting.

8. An sonstigen Fähigkeiten (soft skills etc.):
Auf jeden Fall. Soft Skills waren "durchgängig" ein wichtiges Thema, oft durch Workshops und andere Veranstaltungen außerhalb des herkömmlichen Curriculums abgedeckt. Seien das Themen wie "Leadership Skills", "Negotiations", oder zum Beispiel das Thema Selbsteinschätzung und Kalibrierung der eigenen Person auf Basis von Myers-Briggs.

9. Jedes MBA-Programm, das auf sich hält, verspricht, für eine General Management-Position fit zu machen. Können Sie das aus Ihrer Erfahrung bestätigen?
In der Tat. Es bleibt allerdings zu bedenken, dass insbesondere der fachliche Mehrwert für Maschinenbauer, Chemiker oder Juristen (nur um ein paar Beispiele zu nennen) in dieser Beziehung noch größer ist als für einen "BWLer". Wie gesagt spielte für mich neben dem "generellen" Aspekt die Vertiefung des einen oder anderen Fachthemas eine wichtige Rolle.

10. Fühlten Sie sich nach / mit dem MBA für "höhere" Aufgaben besser gewappnet? Und waren Sie es - aus der Distanz betrachtet - auch tatsächlich?
Die Antwort auf beide Teilfragen ist "ja". Die Kombination aus fachlichem Wissen, Intensität des Studiums, des Miteinanders in der Gruppenarbeit und die internationale Exposure waren noch einmal eine Spur aufregender, und auch nochmals formender, als das ohnehin schon internationale und schnell getaktete ESB.

D. Die menschliche Erfahrung

11. Welche Bedeutung hat das MBA-Studium für Ihre persönliche Entwicklung?
Ich denke, das MBA-Studium hat mich entlang aller bisher diskutieren Dimensionen ein gutes Stück weitergebracht. Da mir sehr klar war, was ich von dem Studium erwarte, und was ich für mich herausholen will, meine ich allerdings, dass es mich nicht dramatisch verändert, sondern eher graduell weitergebracht hat.

12. Ein Punkt, nach dem ich Sie nicht gefragt habe, der Ihnen aber wichtig ist...
Das MBA-Studium ist eine "Gesamt-Erfahrung" - fachlich weiterkommen, viele andere (natürlich ähnlich "gepolte") Menschen kennenlernen, ein wenig Zeit finden, sich weiter zu orientieren, ein in sich abgeschlossenes, spannendes und erinnerungswürdiges Kapitel im eigenen Leben schaffen, etc. pp. Aus meiner Sicht nach wie vor sehr empfehlenswert.

13. Ein Ratschlag für jeden, der sich für einen MBA interessiert?
A) Genau planen, was man aus dem "Projekt" für sich herausholen will, und mit welcher Gewichtung. Für unterschiedliche Ziele sind manche Schulen mehr, manche Schulen weniger nützlich B) Gut auf TOEFL und insbesondere GMAT vorbereiten. Dann hält man sich die meisten Türen offen.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.09.2004